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13. September 2017 16:08 Uhr

Holzbildhauersymposium

Goldene Kugel als Symbol für gemeinsame Werte

Die BZ stellt die Teilnehmer des Holzbildhauersymposiums in einer kleinen Serie vor. Heute: Roger Löcherbach aus Essen.

  1. Roger Löcherbach Foto: privat

  2. Sein Entwurf für das Symposium Foto: privat

Sieben Künstler verwandeln beim 6. Holzbildhauersymposium vom 11. bis zum 17. September wieder den Bürgerpark Altes Grün in Kenzingen in ein Freiluftatelier. Sieben Tage lang arbeiten sie dort an ihren Entwürfen zum Thema "Beste Freunde". Die Künstler sind in Kenzingen keine Unbekannten – alle waren schon mal beim Holzbildhauersymposium dabei. Die BZ stellt sie in einer kleinen Serie nochmal vor. Heute: Roger Löcherbach aus Essen.

Zwei etwa zwei Meter hohe Figuren stehen Rücken an Rücken. Gemeinsam balancieren sie eine goldene Kugel auf den Köpfen. So sieht Roger Löcherbachs Idee zum Motto "Beste Freunde" aus. "Die Kugel symbolisiert die gemeinsamen Werte", erklärt der Bildhauer, "oder das Gut der Freundschaft, das auch leicht verloren gehen kann – eben wie die Kugel, die herunterrollen kann."

Zu Beginn arbeitet Roger Löcherbach, geboren im Jahr 1963 in Kirchen im Westerwald, in der Regel mit der Kettensäge, später folgen Schnitzarbeiten. Die Leidenschaft für die Arbeit mit dem Werkstoff Holz entdeckte er schon im Alter von 14 Jahren bei einem Urlaub in Südtirol. Seine Eltern wanderten dort – "ich hatte dazu nicht immer Lust", sagt Roger Löcherbach und lacht. Also habe seine Mutter in einer örtlichen Schnitzwerkstatt nachgefragt, ob der nicht tagsüber dort bleiben könnte. Er konnte. Mehrere Tage lang ging der damals 14-Jährige also in die Werkstatt und lernte die Schnitzerei kennen. "Danach habe ich mir dann die ersten Schnitzmesser angeschafft", erzählt er.

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Von 1984 bis 1987 studierte er Latein und Kunst in Mainz und Münster und war Lehrer in Duisburg und Düsseldorf. Seit 1998 arbeitet Roger Löcherbach als Bildhauer. Seine Skulpturen entwickelt er meist aus vorgefundenen Stammformen. Haltung und Gestik entwickelten sich aus dem Holz heraus. Im Mittelpunkt seiner plastischen Arbeit stehe der Mensch.

Das gilt auch für die Skulptur, die er bei seiner ersten Teilnahme am Kenzinger Holzbildhauersymposium im Jahr 2009 zum Motto "Himmelwärts" schuf. Auch sie ist auf dem Skulpturenweg zu sehen. "Ich habe sie mir ab und an mal angeschaut, wenn ich in der Gegend war", erzählt Roger Löcherbach im Gespräch mit der BZ. Sein Fazit: "Dieser Weg ist eine schöne Sache."

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Autor: Lena Marie Jörger