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06. Februar 2015

Info-Veranstaltung

Lärmschutzwand an der Bahnlinie wird 2017 gebaut

Die Wand wird 2000 Meter lang und drei Meter hoch / Passiver Schallschutz für mehr als 100 Wohnungen wird bezuschusst.

  1. Die Lärmsanierung an der Bahnstrecke in Kenzingen ist für das Jahr 2017 vorgesehen. Auf der Ostseite der Gleise soll eine drei Meter hohe Lärmschutzwand gebaut werden. Die Platanen im Mühlegrün sollen nach derzeitigen Vorstellungen erhalten bleiben. Foto: Ilona Hüge

KENZINGEN. Der Bau der Lärmschutzwand an der Bahn ist für das Jahr 2017 vorgesehen: Von der Industriestraße im Norden der Stadt bis auf die Höhe des letzten Wohnhauses in der Franzosenstraße im Süden soll die rund zwei Kilometer lange Wand reichen. Einzelheiten zur Lärmsanierung im Bestand gab es von der Bahn bei einer Info-Veranstaltung am Mittwoch in der Aula des Gymnasiums.

Damit werde eine alte Forderung der Stadt erfüllt, erinnerte Bürgermeister Matthias Guderjan zum Auftakt der Informationsveranstaltung. 2011 wurde die Forderung mit dem Lärmaktionsplan unterstrichen, 2013 gab es eine Resolution für den Lärmschutz im Bestand. Da der geplante Ausbau der Rheintalschiene auf dem Abschnitt Offenburg-Riegel voraussichtlich erst 2028 bis 2030 realisiert werden wird, gab es jetzt die Zusage zur Sanierung.

Die Grundzüge der Planung stellten Sabine Weiler von der DB Projektbau und der Schallgutachter Marin Reichert von Modus Consult, Karlsruhe, vor rund 40 Interessenten in der Aula vor. Die Lärmschutzwand für Kenzingen wird auf der Ostseite der Bahngleise gebaut werden und eine Höhe von drei Metern haben. Der Lärm soll damit um bis zu zehn Dezibel gesenkt werden, was zu einer hörbaren Halbierung der Lautstärke führen soll. Über die Gestaltung der Wand kann die Stadt im Lauf der Planung noch entscheiden.

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Der Lärmschutz beginnt im Norden an der Industriestraße in Höhe des Sporthotels und reicht im Süden bis auf die Höhe der letzten Wohnhäuser in der Franzosenstraße. Die Lärmschutzwand von rund zwei Kilometern Länge hat eine Lücke: Das Gebäude des Rewe-Markts ist so nah an die Gleise gebaut, dass die Rückwand hier nach Ansicht der Gutachter bereits für den Schallschutz sorgt. Rund 50 Meter sollen ausgespart werden, um rund 50 000 Euro einzusparen. Sorgen der Anlieger nahm Weiler auf: "Ich werde es beim Bund vorstellen, wenn Sie es wünschen", sagte sie zum geforderten Lückenschluss.

Bahn schreibt betroffene Eigentümer an

Trotz Lärmschutzwand wird es nicht überall ruhiger. Von 575 Wohnungen wird bei 105 Wohnungen passiver Lärmschutz (zum Beispiel Schallschutzfenster) nötig. Welche Gebäude davon betroffen sind, ist auf einer Karte zu sehen. Die Stadt wird sie unterm Stichwort Lärmsanierung auf ihre Internetseiten stellen.

Die Vorgaben für die Förderung sind in Richtlinien des Bundes zusammengefasst, der auch die Fördergelder zahlt. Lärmschutz ist danach nur für Gebäude förderfähig, die vor dem 1. April 1974 gebaut wurden. Für Mischgebiete und Gewerbeflächen gelten zudem andere Grenzwerte. In Kenzingen ist daher für das Gewerbegebiet nördlich der Breitenfeldbrücke kein Lärmschutz eingeplant.

Gefördert wird auch nicht in voller Höhe, sondern mit 75 Prozent. 25 Prozent müssen die Eigentümer selber tragen. Zu den möglichen Maßnahmen gehört zum Beispiel der Einbau neuer Fenster oder eine Dachdämmung. Grundsätzlich werden aber nur Wohn- und Schlafräume gefördert. Reine Küchen, Badezimmer und Treppenhäuser sind nicht förderfähig.

Die DB Projektbau GmbH wird alle Eigentümer anschreiben, die im Bereich des förderfähigen passiven Schallschutzes liegen. Sie erhalten einen Fragebogen. Gibt es Antwort, werden ein Termin zur Wohnungsbesichtigung und ein individuelles Gutachten für die Wohnung erstellt. Das Gutachten ist für die Eigentümer kostenfrei. Es enthält Vorschläge und Kosten für eine Verbesserung. Erst dann muss der Eigentümer verbindlich entscheiden, welche Maßnahmen er umsetzen will.







Autor: Ilona Hüge