"Wir haben ein bisschen was erreicht"

Ilona Hüge

Von Ilona Hüge

Di, 11. September 2018

Kenzingen

Bei einer Infoveranstaltung zur Umgestaltung der Kenzinger Hauptstraße zog die "Aktion historische Altstadt" auch Bilanz.

KENZINGEN. Bei einem Sommerfest im Bürgerpark "Altes Grün" hat die "Aktion historische Altstadt" (AHA) die aktuelle Planung zur Umgestaltung der Kenzinger Hauptstraße vorgestellt. Auch alte Bilder aus der Stadt und Dokumentationen zu vielen Details rund um die Sanierung waren zu sehen. Im Festzelt fasste Benjamin Kleinstück kurz die Beweggründe der AHA zusammen, anschließend gab es Zeit zum Austausch und Unterhaltung mit der Band Moonclaws.

Informationen über die vergangenen Wochen und die neueste Variante der Planung (BZ vom Samstag) standen bei der AHA-Veranstaltung im Vordergrund. Benjamin Kleinstück stellte vor rund 70 Gästen im Bürgerpark "Altes Grün" die Entstehungsgeschichte der AHA dar. Die Aktion wurde aus einem Gefühl der Unzufriedenheit heraus gegründet. Die Diskussionen im Stadtrat und die ersten Planungen hatten Bürgerinnen und Bürger zum Handeln veranlasst: "Wir müssen etwas machen", lautete ihre Erkenntnis. Dass die AHA-Vertreter mit dieser Meinung nicht alleine sind, verdeutlichte eine Unterschriftenaktion. Dabei kamen in kurzer Zeit 1257 Unterschriften zusammen (die BZ berichtete).

Die AHA stellte bei dem Infoabend ihre Meinung vor. "Es ging uns nie um eine mittelalterliche Stadt, sondern um ein Bild, das zu uns passt", hieß es dabei. Moderne Errungenschaften wie Barrierefreiheit will die AHA dabei berücksichtigt sehen. Sie machte auch von Anfang an eine Einschränkung: "Zum Straßenbelag hat sich die AHA nie positioniert", betonte Kleinstück. Der Aktion ging es vielmehr um die Wahl des richtigen Pflasters. Dass das keine einfache Sache ist, erfuhren die AHA-Vertreter schnell: "Sie glauben gar nicht, wie viele Arten von Pflaster es gibt", sagte Kleinstück. Beim Besuch in Freiburg klärte sich, wie Pflaster gut aussehen und möglichst glatt verlegt werden kann.

Mit der Beschäftigung mit dem Thema kam auch die Erkenntnis, dass eigentlich alle – Bürger und Stadträte – ein gelungenes Stadtbild wollen. "Es wurde viel aneinander vorbei geredet", sagte Kleinstück zum Kontakt zwischen Bürgern und Räten. Inzwischen hat sich einiges bewegt: "Wir haben ein bisschen was erreicht", sagte der AHA-Vertreter im "Alten Grün". Die ganz großen Fragen seien nach der aktuellen Planung, die am vergangenen Donnerstag im Technischen Ausschuss der Stadt vorgestellt wurde, nicht mehr offen. Die meisten Vorschläge, die von AHA und Stadträten kamen, seien in dieser Version der Planung eingearbeitet.

Ein Kritikpunkt bleibt: der Zeitdruck. Die AHA dachte eine Zeitlang sogar daran, einen Bürgerentscheid zum Thema Neugestaltung der Hauptstraße anzustoßen. Den Zeitdruck hält Kleinstück nach wie vor für ein Problem: Über die aktuelle Planung konnten die AHA-Vertreter wegen der Urlaubszeit noch gar nicht ausführlich im großen Kreis miteinander reden.

Austauschen konnten sich bei dem Treffen am Samstagabend AHA-Vertreter und Gäste, darunter auch Stadträte. Die Bilder aus alten Zeiten regten ebenso zum Diskutieren an wie der neue Plan, der Wasserspiele neben dem Rathaus, eine Straßen übergreifende Pflasterfläche vor dem Rathaus und einige andere Details wie die künftigen Brunnenstandorte beinhaltet.