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28. September 2011

Ortschaftsrat Schmieheim

KOMMENTAR: Absurd und infam

Verkehrte Welt: Da werden Ortschaftsräte seit ihrer einstimmigen Empfehlung, das Gremium aufzulösen, angefeindet und beleidigt. Und jetzt soll ihre Arbeit plötzlich eine Erfolgsstory sein, mit der alle zufrieden sind – bis auf diesen einen Beschluss eben. Buhmann ist nun plötzlich ein anderer: der Bürgermeister. Strippenzieher soll er gewesen sein, Ortschaftsräte so unter Druck gesetzt haben, dass sie gegen ihre Überzeugung abgestimmt haben. Ein ungeheuerlicher Vorwurf gegen Matthias Gutbrod und ein absurder. Womit soll er denn gestandene Männer und Frauen unter Druck gesetzt haben? Etwa damit, dass er als Reaktion auf die seit vielen Jahren in schöner Regelmäßigkeit im Gemeinderat aufkommende Diskussion um den Ortschaftsrat den Rektor der Hochschule für öffentliche Verwaltung, Professor Paul Witt, als Referent zu einer gemeinsamen Klausurtagung von Gemeinde- und Ortschaftsrat eingeladen hat? Oder damit, dass er bereits im Vorfeld der Ortschaftsratsentscheidung betont hat, dass erst ein eindeutiges Signal des Ortschaftsrats kommen muss, ehe der Gemeinderat entscheidet? Infam der Versuch, den Bürgermeister lächerlich zu machen. Gutbrod habe in der besagten Ortschaftsratssitzung als Tausch gegen den Ortschaftsrat angeboten, die Trauungen künftig in Schmieheim abzuhalten. Diese Behauptung veranlasste zwar den einen oder anderen zu einem wiehernden Gelächter, sie hat nur einen kleinen Schönheitsfehler: Sie ist schlicht und einfach falsch. Spätestens hier hätten die Herren auf der Bühne der Schmieheimer Festhalle eingreifen müssen. Zumindest diejenigen, die in der Ortschaftsratssitzung waren, müssten eigentlich wissen, dass der Bürgermeister dort überhaupt nicht das Wort ergriffen hatte. Die Anregung, die Räume im Schloss für Trauungen zu nutzen, kaum aus den Reihen der Ortschaftsräte. Und Norbert Meier stellte gar fest, es wäre ein Vertrauensvorschuss und ein symbolischer Schritt, wenn das Standesamt ins Schloss verlegt würde. Bestärkt werden so diejenigen, die seit langem kritisieren, Schmieheim mache sowieso seine eigene Politik und brauche als Deckmäntelchen den Ortschaftsrat und einige, die sich in den Gemeinderat wählen lassen. Beweisen, dass dem nicht so ist, ist auch die Sache derer, denen nach eigenem Bekunden der Friede im Ort so sehr am Herzen liegt – spätestens 2015 bei den nächsten Gemeinderats- und möglicherweise auch Ortschaftsratswahlen.

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Autor: Theo Weber