Kirchzarten

Auf dem Zarduna-Märkt wurde bis spät in den Abend gefeiert

Gerhard Lück

Von Gerhard Lück

So, 12. Juli 2015 um 16:58 Uhr

Kirchzarten

Höhepunkt war die Übergabe der Marktplatzlounge: Rund 40 000 Euro hatten Handwerker in die Hand genommen, um einen nicht mehr schönen Fleck zwischen Fußgängerzone und Marktplatz zu verwandeln.

Anlass für zwei hochinteressante und abwechslungsreiche Feiertage beim Zarduna-Märkt am Wochenende in Kirchzartens Innenstadt war wieder einmal das Gedenken an 1250 Jahre Zarduna. Und genau diesen geschichtlichen Hintergrund nahmen die Handwerker auf und präsentierten sich im Handwerkerdorf auf dem Fortuna-Parkplatz mit praktischen Belegen ihrer Berufe. Nebenan auf dem Marktplatz wurde bis spät in den Abend hinein gefeiert.

Ein besonderer Höhepunkt des Wochenendes war die Übergabe der Marktplatzlounge an den Bürgermeister und die Gemeinde. Rund 40 000 Euro hatten Kirchzartener Handwerker in die Hand genommen, um einen nicht mehr schönen Fleck zwischen Fußgängerzone und Marktplatz mit einer massiven Bank in L-Form mit begrüntem Dach und einem Gedenkstein aus rotem Kuhbacher Sandstein mit der Inschrift "1250 Jahre Zarduna" in einen Begegnungsort zu verwandeln. Den Ausrufer motivierte das zu der Feststellung: "Auf geheiligtem Zarduna-Boden hat das Handwerk goldenen Boden." Zimmerermeister Wolfgang Rombach sprach den Richtspruch, Gewerbevereins-Vorsitzender Dietmar Junginger zeigte den Weg von der ersten Idee eines "Bänkle mit nem Täfele" auf. Klar, dass sich Bürgermeister Andreas Hall für das schöne Bauwerk bedankte: "Damit haben Sie ihrem Heimatort eine große Freude gemacht." Er versprach, dass es auf dem Marktplatz auch wieder ein Spielgerät geben werde.

Im Handwerkerdorf zeigten zahlreiche Betriebe altes Gerät und demonstrierten den Umgang damit. Manche luden gar zum Mittun ein. Der Landschaftsgärtner demonstrierte die Kunst des Pflasterns und erklärte, wie in früheren Jahren Weinbauern beim Anlegen von Terrassen die Berufe Feldmaurer und Feldmesser entwickelten. Die Maurer schufen einen Gartengrill und mauerten einen Rundbogen. Beim Schmied wurde Eisen im glühenden Feuer für die Arbeit auf dem Amboss bereitet und der Schuhmacher vollendete schöne maßgeschneiderte Kinderschuhe. Beim Maler konnten Werkzeuge entdeckt werden, die früher zum Gestalten von Zimmerwänden gebraucht wurden. Nebenan zeigte der Kfz-Handwerker Oldtimer-Motorräder. Die Polsterer präsentieren die Kunst des Sesselpolsterns und die Zimmerleute verschiedenste Möglichkeiten der Holzbearbeitung, teils mit museumsreifen Werkzeugen. Große Freude machte vielen Besuchern der "Hau-den-Lukas", bei dem es ganz kräftige Schläger bis zum Talvogt schafften.

"Wir haben hier was Tolles miteinander geschaffen", sagte Malermeister Alfred Stiegeler zur BZ. Und Zimmerermeister Walter Fischer ergänzte: "Durch das intensive Miteinander bei der Lounge und im Handwerkerdorf haben wir uns besser kennengelernt." Holzexperte Jürgen Lorenz war vom großen Interesse der Besucher begeistert. Die Bäckereien hatten sich zusammengetan und verkauften Zarduna-Jubiläumskuchen. Ebenso freuten sich die beiden Metzgereien über die gelungene Kooperation. "Wir konnten unser handwerkliches Geschick, gekoppelt mit modernster Technologie beweisen", sagten Rosi Ketterer und Philipp Föhrenbacher. An beiden Festtagen beteiligten sich zahlreiche Mitglieder vom Gewerbeverein aktiv an den Bewirtungsständen. Die "Selfie"-Aktion hatte 84 Personen motiviert. Den Hauptpreis, einen 300-Euro-Einkaufsgutschein, gewann Leonie Albrecht.

Freitags luden die Einzelhändler außerdem zu einer langen Einkaufsnacht. Musik machte an diesem Tag die Band "Lätzrum" aus dem Schwarzwald und am Samstag "The Footrockers" aus Kirchzarten. Organisiert hatte das alles der Gewerbeverein Kirchzarten. Viele Gäste äußerten sich lobend über das Engagement von Handwerk und Handel, so dass Gaby und Dietmar Junginger vom Gewerbeverein auch sagen konnten: "Es war ein voller Erfolg, der zu einer immensen Stärkung des Wir-Gefühls im Gewerbeverein beiträgt. Wir hatten das richtige Konzept."