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14. April 2011 11:42 Uhr

Kultige VW-Busse

"Bulli"-Treffen: Inbegriff von Jugend und Freiheit

Man muss kein Hippie sein, um sich für die kultigen VW-Busse zu begeistern – "Bulli"-Treffen mit 367 Fahrzeugen in Kirchzarten.

  1. Investiert ihre Freizeit in ihre VW-Busse: Familie Menner aus Oberrimsingen. Foto: Michael Saurer

  2. VW-Motor mit Porsche-Gebläse – auch unter der Haube wird kräftig herumgeschraubt Foto: Michael Saurer

  3. Manche der Busse wirken recht skurril und wurden in zig Stunden umgebaut. Foto: Michael Saurer

KIRCHZARTEN. Familienkutsche, Hippie-Gefährt, Kultobjekt – mit kaum einem anderen Fahrzeug werden so viele Emotionen verbunden wie mit dem VW-Bus. Mittlerweile gibt es ihn in der fünften Generation und seine Fan-Gemeinde wächst stetig. Seit vier Jahren treffen sich VW-Bus-Freunde aus der ganzen Republik, der Schweiz und Frankreich regelmäßig auf dem Kirchzartener Campingplatz, um sich für drei Tage im Kreis von Gleichgesinnten über Hochdächer, Motoren und gelungene Urlaubstrips auszutauschen.

Ralf Breithaupt ist zufrieden. Mit dem strahlend blauen Himmel über ihm und der guten Resonanz. 367 VW-Busse kamen zu dem Treffen, 307 davon blieben für mindestens eine Nacht.

Seit acht Jahren organisiert Breithaupt die jährlichen Treffs, seit vier Jahren kommt man nun nach Kirchzarten. "Wir fühlen uns hier sehr wohl, die Landschaft ist toll und der Platz groß genug für uns alle". Breithaupt ist wie das Gros der Teilnehmer voll und ganz dem VW-Bus Fieber verfallen. Er selbst fährt einen eigenhändig umgebauten T3 aus den 80er Jahren, mit dem er seitdem bereits an die 500 000 Kilometer unterwegs war.

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T1 bis T5, so heißen die Baureihen der Busse, die seit 1950 durchgehend gebaut werden. Die beiden ersten Baureihen werden auch noch liebevoll "Bulli" genannt und sind bis heute der Inbegriff von Jugend und Freiheit. Doch man muss kein Hippie sein, um sich für die alten Schmuckstücke zu begeistern.

Auch ganz bodenständige Familien können dem Bulli-Fieber verfallen sein. Familie Menner aus Oberrimsingen ist so ein Beispiel. Bereits Hermann Menners Eltern hatten einen VW-Bus, 1965 kaufte er dann seinen ersten eigenen. Nachdem er dann in der Zwischenzeit wegen der Kinder 15 Jahre untreu geworden war, kamen vor 12 Jahren beim Anblick eines alten T1 von 1962 am Straßenrand wieder alte Erinnerungen hoch. Kurzerhand kaufte er ihn und restaurierte das Gefährt, an dem der Zahn der Zeit bereits ordentlich genagt hatte, von Grund auf. Komplett auseinanderschrauben, sandstrahlen, schweißen, unzählige Stunden verbrachte er dafür in der Werkstatt. "Erstmal hab ich geschimpft, dann hab ich mit damit abgefunden und jetzt bin ich auch vom Bulli-Fieber gepackt", erklärt Ehefrau Ute Menner. So konnte es auch nicht beim einem Bus bleiben. Sechs Bullis besitzen Menners mittlerweile, alle aus der ersten Baureihe, dem T1. Und auch die Kinder sind infiziert. Auf einer USA-Reise fanden sie einen alten umgebauten Bus, kauften ihn, schifften ihn nach Deutschland ein und restaurierten ihn. Heute sieht der hellblaue, tiefergelegte T1 aus wie neu und ist eines der Schmuckstücke der Sammlung. "Die Bullies sind einfach kultig. Eine schlichtes Auto aber gleichzeitig unendlich elegant", erklärt Hermann Menner die Faszination der runden Liebhaberstücke. Doch nicht nur die Oldtimer waren gern gesehene Gäste auf dem Treffen der Generationen. Auch die modernen Baureihen T4 und T5 waren in großer Zahl vertreten.

"Wir sind offen für alle VW-Busse", erklärt Breithaupt. Ein großes Familientreffen sei das jedes Jahr, man kennt sich und freut sich aufeinander. Doch auch wenn die Altersbarriere bei den Menschen keine Rolle spielt, da fachsimpeln Studenten mit Rentnern, so ist die Altersbarriere bei den Fahrzeugen und zwischen den Baureihen doch von größerer Bedeutung. T1-Fahrer seien mehr bei anderen T1-Fahrern zu finden, die moderneren Fahrzeuge sammeln sich in einer anderen Ecke des Campingplatzes. "Da geht’s dann in den Gesprächen um Details wie Ersatzteile und besondere Umbauten", erklärt Breithaupt den Gruppenbildungsprozess auf den Treffen.

"Ich bin mehr als zufrieden und hab auch nur positive Resonanz gehört", so der Hornberger am Ende der Veranstaltung. Für nächstes Jahr sind bereits wieder mehr als 300 Stellplätze in Kirchzarten reserviert.

Autor: Michael Saurer