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13. Oktober 2011

Feuerwehrpraxis aus nächster Nähe

Bei Herbstübung der Gesamtwehr Kirchzarten konnten die Zuschauer miterleben, dass jeder Handgriff auch ohne "Drehbuch" sitzt.

  1. Foto: monika rombach

KIRCHZARTEN. Viele Zuschauer folgten der Einladung der Gesamtwehr Kirchzarten, bei der Herbstgroßübung einmal aus nächster Nähe Feuerwehrpraxis zu erleben.

Auf der Höllentalstraße bei Burg-Birkenhof verwies das gestellte Szenario auf den Unfall eines beladenen Gefahrguttransporters (GT) und zweier Personenkraftwagen. Die Insassen zogen sich bei dem Unglück unterschiedlich schwere "Verletzungen" zu, die von Mimen der Jugendfeuerwehr wirklichkeitsnah simuliert wurden. Einer der Unfallbeteiligtenwurde aus dem Fahrzeug geschleudert, ein anderer rettete sich selbst. Zwei Pkw-Insassen versperrte die deformierte Wagentüre den Fluchtweg, der Lkw-Fahrer saß bewusstlos im Fahrersitz. Dämpfe traten aus der Zuleitung des GT.

"Ein ,Drehbuch’ zur Übung gab es nicht", verwies Kirchzartens Kommandant Franz Müller auf die Gesamtverantwortung von Einsatzleiter Marko Kromer. Joachim Müller kommentierte für die Zuschauer sachkundig den Verlauf ab dem Zeitpunkt der Alarmierung. Die Herbstübung rief auch Kreisbrandmeister Axel Widmaier zur "Unfallstelle". Mit Bürgermeister Andreas Hall gratulierte er am Ende der Gesamtwehr und den DRK-Einsatzkräften "zur gemeisterten Aufgabe unter dem Maximum an antrainiertem Wissen".

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"Das ist super", bewunderten Jugendliche und Kinder den professionellen Einsatz der Rettungskräfte. Ein Ehepaar zeigte sich ebenfalls beeindruckt vom Ablauf der Übung. Wer hier als Zaungast das Szenario miterlebt habe, der sei "sensibilisiert für die Rettungsarbeit".

Wie immer, wenn ein Notruf die Feuerwehr erreicht, spielt der Faktor Zeit eine große Rolle: Entgegen Berufsfeuerwehren, erreicht der Alarm die Freiwilligen entfernt vom Gerätehaus. Im Wettlauf gegen die Uhr müssen sich die Feuerwehrleute umkleiden und zunächst die Anfahrt bewältigen.

Die Havarie mit Gefahrgut erfordert viele Schritte: Erkundung der Lage aus 50 Meter Sicherheitsabstand per Fernglas und Parken der Einsatzfahrzeuge dort. "Hier geht Eigenschutz vor Rettung", so der Kommentator hinsichtlich des Nachweises von Schwefelsäure. Informationen zu der Chemikalie spuckte der Bordcomputer aus. Abgestimmte Rettungsmaßnahmen in Schutzanzügen unter speziellem Atemschutz waren das Gebot der Stunde. Im Vordergrund stand die Bergung der Verletzten. Die Sondierung ergab, dass sich der zweite Pkw mehrmals überschlagen hatte und in der Böschung unterhalb der Brücke seitlich zum Stillstand kam. Zwei verletzten Menschen musste schleunigst geholfen werden. Trenn- und Schneidegeräte waren für die Bergung der Verletzten unentbehrlich. "Da erlebt man, warum manches nicht schneller geht", zeigte ein Beobachter Verständnis für umsichtiges Vorgehe n.

Hochbetrieb herrschte auch beim Deutschen Roten Kreuz. 18 Bereitschaftshelfer der DRK-Ortsvereine Zarten, Stegen und Buchenbach bewältigten die Erstversorgung der sechs Verletzten. Im Einsatz waren ein Gerätewagen für den Sanitätsdienst bei Erstversorgung, zwei Mannschaftstransportwagen und ein Fahrzeug mit Ausrüstung für Technik und Sicherheit.

Autor: Monika Rombach