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16. Oktober 2012

Heftig gestikulierende Hotelgäste auf dem Balkon

Die Feuerwehr Kirchzarten übte ihre Einsatzbereitschaft in der Fußgängerzone und "befreite" Besucher des Hotels Fortuna.

  1. Auch die Drehleiter der Wehr kam zum Einsatz. Foto: Andreas peikert

KIRCHZARTEN. Irritiert haben am Samstagnachmittag durch die Fußgängerzone schlendernde Touristen drein geschaut, als plötzlich mehrere Feuerwehrfahrzeuge um die Ecke bogen. Dass von der Wehr diesmal das Hotel Fortuna als Schauplatz der Herbstübung ausgewählt wurde, erfuhren sie wenig später. Über Mikrofon erläuterte ein Moderator die Details über das von Minute zu Minute turbulenter werdende Geschehen zwischen Sparkasse und Rathaus.

Ein den Einsatzkräften bis zuletzt geheim gehaltenes Übungsdrehbuch schrieb die Rettung von Gästen vor, die wegen eines ausgebrochenen Feuers in den oberen Stockwerken des Hotels eingeschlossen waren. Da einigen "Opfern" schon die Flucht auf einen Balkon geglückt war, aber zudem noch weitere in den mittlerweile von Rauchschwaden durchzogenen Fluren im Inneren des Gebäudes vermutet wurden, ordnete Einsatzleiter Franz Müller das Durchkämmen sämtlicher Räume mit schwerem Atemschutzgerät an.

Zeitgleich wurde die lange Drehleiter so am vermeintlichen Brandherd positioniert, dass am Balkon verzweifelt gestikulierende Hotelgäste geborgen werden konnten. "Im Ernstfall müssen wir in längstens vier Minuten die Opfer aus der Gefahrenzone gerettet haben. Sonst droht Bewusstlosigkeit", erläuterte der Moderator. Damit das örtliche Trinkwassernetz durch das Löschen nicht beeinträchtigt wurde, stellten die dazu abkommandierten Wehrleute auf Höhe der Bäckerei Steimle eine Schlauchverbindung zum Osterbach her.

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Als erste Anlaufstelle für geborgene "Opfer" bauten Einsatzkräfte vom Deutschen Roten Kreuz neben dem Rathaus ein beheiztes Versorgungszelt auf. Nach gerade mal 50 Minuten wurden die über 100 Beteiligten über das Ende der Übung informiert. Wenige Minuten später traten die abgekämpften Brandbekämpfer zusammen mit den Rotkreuzhelfern und Verletztendarstellern der Jugendfeuerwehr zur öffentlichen Abschlussbesprechung in der Fußgängerzone an.

Im Beisein von etwa 200 Zuschauern bedankten sich der stellvertretende Kreisbandmeister Karlheinz Strecker und Bürgermeister Andreas Hall für das ehrenamtliche Engagement und den tadellosen Ablauf der Übung. "Kirchzarten kann sich im Ernstfall auf seine Einsatzkräfte verlassen", so das Fazit des zufriedenen Rathauschefs. Um die Übung nicht zu behindern, hat "Fortuna"-Wirtin Hilde Meder dafür gesorgt, dass sich zum Zeitpunkt des vermeintlichen Löschangriffes kein Gast im Gebäudekomplex aufhielt. Die Ankunft eines auswärtigen Busses wurde erst in den Abendstunden erwartet.

Autor: Andreas Peikert