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09. Februar 2010
Mehrere Generationen sind vereint
Der Bauverein Breisgau baut am Bahnhof in Kirchzarten ein Mehrgenerationenhaus / Auch die Sozialstation zieht dort ein.
KIRCHZARTEN. An der Kirchzartener Bahnhofstraße, zwischen dem Gasthaus "Löwen" und der ehemaligen Post, baut der Bauverein Breisgau ein Mehrgenerationenhaus. In das Erdgeschoss werden auch ein Frisör und die Kirchliche Sozialstation Dreisamtal einziehen. Am Donnerstag wurde Richtfest gefeiert.
Bis zum Frühherbst soll das dreigeschossige Gebäude bezugsfertig sein. "In unserer Bewerberdatei für die 27 Wohnungen sind rund 43 Interessenten im Alter zwischen 34 und 80 Jahren vorgemerkt", freute sich Reinhard Disch, geschäftsführender Vorstand des Bauvereins. Die Wohngenossenschaft investiert rund 4,4 Millionen Euro. Alle Wohnungen sollen vermietet, nicht verkauft werden. Die Vergabe soll laut Disch in den kommenden Wochen erfolgen.Die Gemeinde Kirchzarten hat für die Hälfte der Wohnungen ein Belegungsrecht ausgehandelt. "Das war uns ganz wichtig", betonte der stellvertretende Bürgermeister Franz Kromer. Es ist eine neue Art des Wohnens für die Dreisamtalgemeinde. Alle Wohnungen sind barrierefrei. Herzstück des Neubaus aber sind die Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss, an die sich ein Innenhof anschließt. Hier können sich die Hausbewohner zu gemeinsamen Aktivitäten treffen, auch mit Besuchern von außen. Es soll ein lebendiges Nachbarschaftsnetzwerk entstehen.
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Erste Fäden werden, so scheint es, schon gesponnen, denn eine Gruppe von fünf oder sechs Frauen will gemeinsam einziehen und sich in der Wohnanlage engagieren. Einige künftige Mieterinnen und Mieter kamen auch zum Richtfest. Fast 90 Gäste versammelten sich im Innenhof des Rohbaus. Sie mussten die Köpfe in den Nacken legen, um Martin Schuler von der Firma Schwendemann aus St. Märgen bei seinem Richtspruch hoch oben auf dem Dachstuhl zu beobachten. Der von einem Satteldach gekrönte, lang gestreckte Baukörper parallel zur Bahnhofstraße wird von zwei Seitenflügeln durchstoßen; sie markieren die beiden Eingänge.
"Wichtig war uns auch das Energiekonzept", sagte der planende Architekt Tobias Hahlbrock. Das Haus wird im Energieeffizienzstandard 55 erbaut und mit Holzpellets beheizt. Dadurch, dass die Wohnungen alle nach Süden ausgerichtet sind, strömt kostenlose Sonnenwärme in das Haus. Eine dezentrale Lüftungsanlage soll für den nötigen Luftaustausch sorgen. Zu dem Neubau mit rund 2000 Quadratmetern Wohnfläche gehört auch eine Tiefgarage. Im Erdgeschoss wird die bisher in der Löwenstraße ansässige Sozialstation ihre neue Geschäftsstelle eröffnen. Zudem wird das Frisörgeschäft Rombach aus dem Nachbarhaus einziehen.
Unterdessen plant der Bauverein am Keltenbuck, nördlich der Bahnlinie, schon den nächsten Neubau mit etwa 70 Wohneinheiten. Wer hier später einmal einzieht, soll in das Gemeinschaftsprojekt an der Bahnhofstraße eingebunden werden, ebenso wie die Bewohner der bestehenden Genossenschaftshäuser an der Jakob-Sauer-Straße.
Autor: Barbara Schmidt
