Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

26. Oktober 2015

KRITIK IN KÜRZE

John Sheppard Ensemble

Gleich zwei Jubiläen gab es zu feiern: das 20jährige Bestehen eines Klangkörpers und den 500. Geburtstag des Komponisten, nach dem dieser benannt ist. Das John Sheppard Ensemble begeistert seit je mit hoher Klangkultur und kreativer Programmgestaltung. Das Jubiläumskonzert in der Herz-Jesu-Kirche bot einen Querschnitt durch 500 Jahre englischer Vokalmusik. Obwohl das ausreichend Abwechslung versprach, teilte sich der Chor beim älteren Repertoire in solistische Ensembles, die verteilt in der Kirche agierten. Eine überambitionierte Idee. Bei John Taverners "Christe Jesu, Pastor bone" und Thomas Tallis’ "If ye love me" war die Intonation wackelig, bei John Blows "Salvator Mundi" verkrampfte der Sopran. Besser gelangen "O sing unto the Lord" von Thomas Tomkins und Purcells "Hear my prayer". Aber erst bei den romantischen und modernen Werken, die in voller Besetzung unter der präzisen Leitung von Bernhard Schmidt dargeboten wurden, kehrte der Chor zu gewohnter Homogenität zurück. Ausnehmend geschmeidig erklang "O God, who by the leading" von Thomas Attwood, hervorragend abgestimmt das "Iustorum animae" von Charles Villiers Stanford, stimmgewaltig der Schluss von Vaughn-Williams "The souls of the righteous", ergreifend die Hohelied-Vertonung von Edward Bairstow. Den Höhepunkt bildete ein glänzend intoniertes "… grace upon her heart…" von Ivan Moody (geboren 1964), eine Auftragskomposition, die Motive aus der orthodoxen Liturgie vielschichtig verdichtet. Ein wahres Geschenk!

Werbung

Autor: Nikola Mirkovic