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26. Januar 2012

"Symphony"

REGIO-CD: Komplexer Schönklang

  1. Foto: verlag

"Wißt ihr, warum euch die Käfer, die Butterblumen so glücken?! Weil ihr die Menschen nicht kennt, weil ihr die Sterne nicht seht!" Um es gleich vorweg zu sagen: Auf Boris Yoffe trifft diese Polemik Friedrich Hebbels gegen Adalbert Stifter nicht zu. Und so klingen auch seine Werke nach Stifter-Texten alles andere als menschenfremd, sondern im besten Sinne volkstümlich. Ausbrüche gibt es selten in dieser Musik – da ist Yoffe in der Tat ganz nah an Stifter. Ruhig durchschreiten die Musiker die komplexe Architektur der Stücke; Spannung entsteht auf andere Weise: wenn sich Viola da Gamba (Ekkehard Weber) und Cello (Dimitri Dichtiar) in immer neuen Klangschattierungen um die irrlichterne Gitarre (äußerst geschmackvoll: Augustin Wiedemann) gruppieren. Manch einem Verfechter "Neuer Musik" mögen diese Stücke mit zu viel Schönklang aufwarten; da wird es Yoffe nicht anders gehen als seinem Lehrer Wolfgang Rihm. Doch gerade die genaue Kenntnis der Stimme, die im Zyklus "Symbol" in Gestalt von Cornelia Melian ins Spiel kommt, sollte Zweifel ausräumen. Und die Sensibilität, mit der die Musiker ihren Pfaden nachgehen.

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CD: Boris Yoffe: Symphony. (Wildner Records)
Konzert: 28. 1., 20 Uhr, St. Michael, Freiburg-Herdern

Autor: Martin Andris