Applaus für das Himmel-Spektakel

Heiner Fabry

Von Heiner Fabry

Mo, 12. Juni 2017

Kleines Wiesental

Flugtag zum 40-jährigen Jubiläum der Modellfluggruppe Wieslet.

WIESLET. Anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens lud die Modellfluggruppe Wieslet Aktive und Liebhaber aus dem In- und Ausland zu Modellflugtagen auf das Fluggelände des Vereins "zum Eselweidweg" unterhalb der Deponie Scheinberg ein. An zwei Tagen gaben sich Hunderte Modellbauer, Modellflieger und interessierte Bürgern ein Stelldichein.

"Die Gründungsphase des Vereins war durchaus schwierig", erzählte Friedhelm Schultheiß, Gründungsmitglied und jetzt der erster Vorsitzende des Vereins. Entstanden aus einer Handvoll von Enthusiasten, die dem gleichen Hobby frönten, hatte die Modellfluggruppe in ihren bescheidenen Anfängen mit erheblichen Problemen zu kämpfen.

Vogelschutz-Auflagen vonseiten des Landratsamtes und Vorbehalte in der Bevölkerung, die zu einer Unterschriftenaktion in einer Nachbargemeinde gegen das Fluggelände führten, bereiteten den Modellfliegern einiges Kopfzerbrechen. "Damals war das Verständnis für unser Hobby noch nicht so ausgeprägt wie heute", berichtet Friedhelm Schultheiß weiter, "aber inzwischen hat sich die Lage entspannt. Das Modellfliegen hat sich etabliert, und heute können wir uns regelmäßig über Hunderte von Modellfliegern und interessierten Zuschauern bei unseren Modellflugtagen freuen."

Von den Gründungsmitgliedern sind unter den heute 47 Aktiven noch zwei im Vorstand tätig: Bernd Metzger als Rechner und Friedhelm Schultheiß als erster Vorsitzender. Die Aktiven sind zwischen zwölf und 82 Jahre alt, bauen ihre Modelle selbst und führen sie regelmäßig bei den Flugtagen vor. Ganz besonders freute den Vorsitzenden, dass sich die Beziehung zur benachbarten Deponie, dem Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises, in den letzten Jahren erheblich verbessert hat. "Wir haben heute ein freundschaftliches Verhältnis", berichtet Friedhelm Schultheiß.

Mit Unterstützung des Eigenbetriebs hat die Modellfluggruppe jetzt einen eigenen Stromanschluss erhalten. "Da jetzt die Modellflugzeuge und Hubschrauber verstärkt auf Elektro-Antrieb umstellen, ist das für uns eine großartige und wichtige Erweiterung, für die wir dem Eigenbetrieb sehr dankbar sind", hält Schultheiß fest. Ein weiteres herzliches Dankeschön richtet die Modellfluggruppe an die Ortsverwaltung von Wieslet, insbesondere an Ortsvorsteher Heinz Eichin, und an die Gemeinde Kleines Wiesental mit Bürgermeister Gerd Schönbett. "Die Zusammenarbeit ist immer positiv und wenn wir ein Anliegen haben, finden wir immer die Türen offen", betont der Vorsitzende.

Der Modellflugtag selbst war am Samstag wieder eine echte Augenweide. Die Besucher konnten die Modellflugzeuge selbst besichtigen oder mit den Modellbauern Informationen über die technischen Details der kleinen Kunstwerke austauschen. Die Flugvorführungen, die vom Vormittag bis in die Abendstunden präsentiert wurden, waren eine Sensation für sich. Kunstflugvorführungen von Torsten Sutter aus Wehr und Manuel Schmidt aus Schopfheim waren sehr spektakulär und wurden vom Publikum mit begeistertem Applaus belohnt. Neben den Hubschraubern – besonders den Modellen Lama und Alouette – konnten auch Segelflieger und Drohnen bestaunt werden. Für viele Besucher, ganze Familien mit ihren Kindern, waren die Demonstrationen der Piloten eine wertvolle Unterhaltung und zugleich die schönste Werbung für das Modellfliegen, die man sich wünschen kann. Schade war für Stefan Metzger von der MfG Wieslet, dass sein Hubschrauber Cobra bei der Landung aufgrund eines mechanischen Defektes abstürzte. Der Pilot nahm es mit Fassung. "Jetzt müssen wir klären, was die Ursache war. Und dann werden wir die Cobra halt wieder in Schuss bringen", erklärte er nach der Havarie.