Runder Tisch tagt Ende September

Nicolai Kapitz

Von Nicolai Kapitz

Mi, 05. September 2018

Kleines Wiesental

Gesprächsrunde mit Verwaltung, BI Schwarzwald Gegenwind und Mediator Hirschner soll Debatte um Windkraft besänftigen.

KLEINES WIESENTAL. Die Debatte um das Für und Wider eines Windparks am Zeller Blauen wurde in den vergangenen Monaten mit zunehmender Schärfe geführt, vor allem im Kleinen Wiesental. Im Gemeinderat und in öffentlichen Diskussionen wurde offenbar, dass die Gemeinde bei dem Thema gespalten ist. Sallnecks Alt-Bürgermeister Dieter Vollmer hat daher einen Runden Tisch initiiert, um die Debatte zu versachlichen. Am 20. September wird es dazu den ersten Termin geben. Als neutraler Mediator wird Ruthard Hirschner dabei sein. Die Presse und damit die Öffentlichkeit bleibt allerdings außen vor.

Es war beim Sallnecker Seniorenfrühschoppen im Juli, als Dieter Vollmer seine Idee ankündigte: Die Debatte um die Windenergie im Allgemeinen und den Windpark am Zeller Blauen im Speziellen hatte – so sieht es Vollmer – zu diesem Zeitpunkt längst den Charakter einer sachlichen Diskussion verloren und war in einen handfesten Zoff zwischen verschiedenen Parteien ausgeufert. Öffentliche Protagonisten dieser Auseinandersetzung sind einerseits die Bürgerinitiative Schwarzwald Gegenwind mit ihrem Sprecher Bernd Fischbeck aus Bürchau, andererseits der Gemeinderat und die Verwaltung mit Bürgermeister Gerd Schönbett an der Spitze, sowie der Windpark-Investor EWS aus Schönau.

Dieter Vollmer bereitet nun vor allem der Tonfall Sorgen: "Ich habe das schon einmal miterlebt, als es um die Einheitsgemeinde ging", sagte Vollmer beim Seniorenfrühschoppen im Juli. Damit sich das nicht wiederholt, wolle er die Parteien an einen Tisch holen – nicht um Argumente auszutauschen, sondern um "die Debatte zu versachlichen" und von der teils "persönlichen Ebene" wieder zum Austausch von Argumenten zurückzukommen.

Dieser Versuch soll nun am 20. September unternommen werden. Als Mediator und neutrale Person hat Vollmer Ruthard Hirschner dazugeholt.

Presse und Öffentlichkeit sind vorerst außen vor

Hirschner war lange Zeit als Beigeordneter Rechtsberater der Stadt Schopfheim und ist ausgebildeter Mediator. Am Tisch werden außerdem Vertreter der Gemeinde um Gerd Schönbett und die BI mit Bernd Fischbeck sitzen. Die Presse und damit die Öffentlichkeit ist zu der ersten Diskussionsrunde nicht eingeladen. "Das geschieht, um den Erfolg von vorne herein nicht zu gefährden", erklärt Dieter Vollmer. Er möchte einen ungestörten und ehrlichen Austausch zwischen den Parteien ermöglichen, den er durch die Gegenwart von Berichterstattern gefährdet sieht. Ähnlich sieht es auch Ruthard Hirschner. Der Termin am 20. September sei "ein Gedankenaustausch, bei dem sicherlich sowohl das weitere Prozedere, als auch die weitere Thematik diskutiert und festgelegt werden wird", so Hirschner. "Um nicht bereits im Vorfeld Positionen aufzubauen, habe auch ich mich für einen nicht-öffentlichen Termin ausgesprochen." Über die Ergebnisse des ersten Termins werde Hirschner per Mitteilung informieren. Es werde voraussichtlich weitere Diskussionstermine geben, die unter Umständen öffentlich stattfinden können.

Die Beteiligten sind im Vorfeld vorsichtig optimistisch. "Ich hoffe, dass wir damit zumindest ansatzweise wieder zu einem fairen Umgangston zurückkehren können", sagt Bürgermeister Gerd Schönbett auf BZ-Nachfrage. Der Ton, so Schönbeck, sei "sowohl in Leserbriefen wie auch auf der Homepage der BI" nicht immer sachlich gewesen. Schönbett kritisiert allerdings, dass die EWS auf Betreiben der Bürgerinitiative nicht an der Diskussion teilnehmen kann.

"Die EWS ist Gegenstand der Diskussion und Ziel von Angriffen. Es wäre legitim, Vertreter zum Runden Tisch einzuladen." BI-Sprecher Fischbeck sieht den Runden Tisch ebenfalls als Chance, die Diskussion sachlich fortzuführen. "Das ist grundsätzlich eine gute Sache. Aber es wäre mir viel lieber, wenn das in der Öffentlichkeit stattfinden würde, damit wirklich jeder weiß, worüber wir hier reden", so Fischbeck auf Nachfrage. Die unzureichende Information der Öffentlichkeit sei schon bei den Anfangsplanungen des Windparks ein "elementarer Fehler" gewesen, der sich nun nicht wiederholen dürfe.

Bernd Fischbeck verteidigt im Übrigen den Standpunkt der BI, die EWS bei der Mediation außen vor zu lassen. "Die Frage nach einer anderen Debattenkultur betrifft uns in der Gemeinde Kleines Wiesental und nicht den Investor", sagt Fischbeck. In einer Diskussion mit der EWS könne man zwar Sachfragen erörtern, aber dabei würden sich die Positionen der Gesprächspartner, so Fischbecks Meinung, wohl kaum verändern. Und zu einer "Versachlichung" trage das auch nicht bei.