Klinik steuert ruhiges Fahrwasser an

Axel Kremp

Von Axel Kremp

Fr, 09. März 2018

Kreis Waldshut

Knapp 140 von rund 190 Mitarbeitern des Spitals Bad Säckingen arbeiten nun in Waldshut / Für 2020 wird ein Gewinn erwartet.

KREIS WALDSHUT. Gut zwei Monate nach Schließung des Krankenhauses in Bad Säckingen und Bündelung des Spitalbetriebs am Standort Waldshut sieht Geschäftsführer Hans-Peter Schlaudt die Spitäler Hochrhein GmbH auf gutem Weg. Das Unternehmen steuere nach und nach in ruhigere Fahrwasser und wolle schon 2020 wieder schwarze Zahlen schreiben, sagte er in der jüngsten Sitzung des Kreistags. Dessen Aufgabe war es unter anderem, den Jahresabschluss 2015 der Spitäler Hochrhein GmbH abzusegnen. Das tat das Gremium mit einem Paukenschlag.

Wie zuvor bereits die Gesellschafterversammlung der Spitäler Hochrhein GmbH (60 Prozent Stadt Waldshut-Tiengen, 40 Prozent Landkreis Waldshut) stimmte jetzt auch der Kreistag dem Jahresabschluss zu. Und wie zuvor die Gesellschafterversammlung versagte das Gremium dem damaligen Vorstand der Gesellschaft um Uwe Lorenz die Entlastung. Damit hält man sich die Option offen, Ansprüche gegen den damaligen Geschäftsführer geltend zu machen, sollten ihm Versäumnisse nachgewiesen werden können. Wie Schlaudt auf Nachfrage der BZ sagte, gibt es derzeit dafür keinerlei Anhaltspunkt. Klar aber ist, dass die Gesellschaft 2015 mit 5,8 Millionen Euro ein sattes Defizit eingefahren hatte.

Ein Jahr zuvor waren es noch 2,26 Millionen Euro Miese, 2013 gab es mit 242 000 Euro letztmals einen Gewinn. Und wie bekannt, sollte es dann 2016 und 2017 mit Verlusten von 14,6 Millionen Euro und 12,9 Millionen Euro noch dicker kommen. Für dieses Jahr erwartet Schlaudt einen Betriebsverlust von 2,75 Millionen Euro, für nächstes Jahr einen von 764 000 Euro. 2020 und 2021 will er mit der Gesellschaft wieder schwarze Zahlen schreiben. 788 000 Euro sollen es 2020 sein und 900 000 Euro dann im Jahr 2021.

Wie Schlaudt sagte, konnte der Jahresabschluss 2015 erst so spät vorgelegt werden, weil sich die Wirtschaftsprüfer lange Zeit geweigert hatten, den Bestätigungsvermerk zu erstellen.

Weitgehend plangemäß und geordnet, so sagte Schlaudt, sei die Eingliederung des Bad Säckinger Spitals in das Haus in Waldshut vonstatten gegangen. Von den einst knapp 200 Mitarbeitern in Bad Säckingen würden am Ende 139 in Waldshut arbeiten. Das entspreche einer Quote von rund 70 Prozent. Abfindungen müssten etwa in der Größenordnung von 666 000 Euro bezahlt werden.

Das Haus in Bad Säckingen ist zwar geschlossen, billig aber ist es dennoch nicht. Ende des Jahres will der Geschäftsführer das Haus an den Landkreis zurückgeben. Bis dahin rechnet er noch mit einer Jahresbelastung von rund 600 000 Euro. Dies insbesondere für den Wachdienst, der für Sicherheit in dem nun weitgehend leer stehenden Gebäude sorgt.

Das Hauptaugenmerk des Geschäftsführers aber gilt derzeit der Verbesserung der Betriebsabläufe im Spital Waldshut, das derzeit 303 Betten in Betrieb hat und auf bis zu 350 Betten vergrößert werden soll. So entstehen in der Notaufnahme ein neuer Wartebereich, ein zweiter Schockraum und ein sogenannter Triage-Raum. In einem Triageverfahren wird die Dringlichkeit der Behandlung und damit die Wartezeit des Patienten definiert. Schlaudt räumt ein, dass es in den ersten Wochen nach dem Zusammenschluss zu Beschwerden über die Notaufnahme gekommen sei. Deren Zahl aber sei rückläufig, da nun gezielt über die Wartezeiten und darüber informiert werde, für wen die Notaufnahme eigentlich da sei. Die Intensivmedizin solle zunächst sechs Beatmungsplätze und neun Betten haben; ein weiterer Ausbau sei vorgesehen.

Angespannt bleibt nach Darstellung des Geschäftsführers die Personallage. Besserung so hofft er, solle eine gezielte Personal- und Imagekampagne bringen, für welche er auch den Landkreis einspannen will. Aktuell, so sagte Schlaudt der BZ, seien in der Pflege 20 Stellen nicht besetzt, beim ärztlichen Personal seien es sieben. Leasingärzte, die etwa das Zwei- bis Dreifache eines angestellten Arztes kosten, müssen die Lücke in der medizinischen Versorgung stopfen.