Kenzingen

Im Wonnentäler Bauernladen gibt’s Köstliches aus der Natur

Ute Schöler

Von Ute Schöler

Mo, 14. Mai 2018 um 11:50 Uhr

Gastronomie

Der Sonntag Der Wonnentäler Bauernladen aus Kenzingen hat sich in der Region und darüber hinaus mit seinen Backwaren, vegetarischen Aufstrichen und Fruchtsirups aus eigener Herstellung eine treue Stammkundschaft erarbeitet. Derzeit wird würziges Bärlauchpesto produziert.

In flachen Kisten warten die leuchtend grünen Bärlauchblätter im Produktionsraum. Salz, Sonnenblumenkerne und Rapsöl stehen auf blitzblanken Edelstahltischen bereit. Unverkennbar steigt der würzige Duft in die Nase, der dem "Ail des ours" – dem Bärenknoblauch, wie ihn die französischen Nachbarn nennen, seinen Namen gab.



Dort hinterm Rheinwald wächst er üppig im Schatten der Bäume. Vier bis sechs Wochen dauert die Ernte. "Wir haben eine Genehmigung, die festlegt, an welchen Stellen wir ernten dürfen", sagt Otto Schwarz. "Angefangen haben wir mit dem Thermomix und immer laufend ne wengele produziert", erzählt Agnes Jörger und reicht eine Probe. Das köstliche Aroma mit fein nussigem Biss auf Sonnenblumenkernstückchen bilden tatsächlich nur vier Zutaten – zu genießen mit Tomatenscheiben und Käse auf Brot überbacken, als Dip zu Spargel oder mit "Cocktailtomätle" in Spaghettisalat, wie Jörger gern empfiehlt. Mit Frischkäse verrührt ergibt sich ein feiner Aufstrich.

Während ein Mitarbeiter die Maschine für die Pestoproduktion einrichtet, herrscht im Laden zwischen Gemüse- und Obstkörben reger Betrieb. Sehr verlockend krönt eine Kuchenauswahl aus hofeigener Backstube die Theke. Für die ebenso vielfältige Brotfabrikation aus regionalem Weizen, Dinkel und Roggen hat die Familie Schwarz eigens einen Bäcker eingestellt.

1981 hat Otto Schwarz als 19-Jähriger den Hof von seinem Vater übernommen. "Damals stand noch Vieh im Stall und auf den Feldern wurde Mais und Getreide angebaut", erinnert er sich, und im Gespräch klingt schön der Kenzinger Dialekt durch. Mit seiner Frau Agnes Jörger entschloss er sich zum Obst- und Gemüseanbau, 1998 gründeten sie den Hofladen am südlichen Ortsrand.

Marktverkauf in Freiburg

Seit der Wonnentäler Bauernladen sich 1994 auf dem Wochenmarkt am Alten Wiehrebahnhof in Freiburg und 2007 samstags beim Vorderhaus im Stadtteil in Herdern einfand, hat sich auch hier eine treue Stammkundschaft gebildet. "Es ist einfach ein Stück Leben. Man sieht die Kinder aufwachsen, begleitet sich", sagt Otto Schwarz, der den direkten Kontakt zu den Kunden sehr schätzt und deshalb oft selbst am Stand ist. Die zwei älteren Töchter der Familie Schwarz haben Physik und Zahnmedizin studiert, die beiden jüngeren sind als Verkaufshilfen und ehrenamtliche Produkttesterinnen noch oft involviert. Mit acht Festangestellten und bis zu 15 bewährten Saisonkräften aus Polen und Rumänien bewirtschaftet die Familie 40 Hektar rund um Kenzingen.

Mit viel Kreativität und kräftigen Investitionen hat Familie Schwarz das traditionelle Angebot nach und nach verfeinert. So werden Beerenfrüchte zu aromatischem Sirup oder Dessertsauce, Aprikosen und Zwetschgen zu leckerem Chutney veredelt. Allein 20 000 Euro hat die Maschine gekostet, die die Pestogläser unter Vakuum verschließt, so dass das frische Mus ohne Erhitzung über Monate hält. "Heutzutage muss man in der Landwirtschaft ganz vielseitig sein", erläutert Otto Schwarz und seine Frau kommentiert lachend: "Das ist eine Herausforderung, die wir gerne annehmen. Es wäre ja viel zu langweilig, immer das Gleiche zu machen." Der feine Rhabarbersirup – wohlgemerkt mit 72 Prozent Fruchtsaft – war ein Kundenwunsch. Der herbsaure Rohstoff stammt aus Kaiserstühler Anbau – eine von vielen Kooperationen mit selbstvermarktenden Kollegen, zu denen inzwischen auch der biodynamische Eichstetter Breitenweger Hof mit seinen Milchprodukten gehört. Eine ganze Kühltheke im Wonnentaler Bauernladen ist diesen gewidmet.
Wonnentäler Bauernladen, Wonnentaler Weg 24, Kenzingen, Telefon 0 76 44/73 40. Online-Shop unter http://www.wonnentaeler-bauernladen.de