Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

24. Mai 2012

Kooperation ist gefragt

Gemeinderat für gemeinsames Vorgehen der Grundstückseigner in Sachen Windkraft am Blauen.

  1. Windkraft auf dem Blauen? Die Diskussion darüber hat gerade erst begonnen. Foto: dpa

BADENWEILER. Die Nutzung der Windkraft beschäftigt zunehmend die Kommunen, zumal das novellierte Landesplanungsgesetz den Gemeinden zwar mehr Einflussnahme gewährt, aber auch mehr Verantwortung auferlegt. Das war auch Thema der jüngsten Gemeinderatssitzung im Rathaus Badenweiler.

Die Besonderheit für das potenzielle Gebiet für Windkraftanlagen am Blauen sei, so Bürgermeister Karl-Eugen Engler, dass zwei Landkreise, zwei Regionalverbände und zwei Gemeindeverwaltungsverbände miteinander kooperieren müssen. Betroffen ist im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald der Gemeindeverwaltungsverband Müllheim-Badenweiler und für den Landkreis Lörrach die Verwaltungsgemeinschaft Schliengen-Bad Bellingen. Einbezogen ins Gebiet Blauen sei auch das Land über den Staatsforst als Waldbesitzer.

Ein sogenannter Scoping-Termin, der festlegt, welche möglichen Windkraftstandorte nach den Kriterien des Natur-, Arten-, Wasser- und Landschaftsschutzes untersucht werden, habe Ende April im Rathaus Müllheim stattgefunden. Bei diesem Termin habe man sich darauf verständigt, dass zuallererst ein Kriterienkatalog erstellt werden müsse, informierte Engler das Gremium.

Werbung


Wichtig sei für die Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen die Windhöffigkeit. Dies könnte an fünf Standorten – an Hanglagen des Blauen – möglich sein, so der Bürgermeister. Seiner Meinung nach sollte man die Bürger schnellstmöglich in den Dialog einbeziehen. Die Müllheimer Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich sei aber der Meinung, dass man vor der Bürgerbeteiligung die ersten Ergebnisse der Standortuntersuchungen abwarten sollte.

Im geplanten Kriterienkatalog sollten auch die touristischen Belange aufgenommen und berücksichtigt werden, weil viele Gäste vor allem wegen der schönen Landschaft herkämen, schlug Gemeinderat Christian Baltes vor. Die oft gehörte Aussage, dass Windräder die touristische Attraktivität steigern könnten, halte er auch für etwas seltsam, ergänzte Engler. Die Nutzung von Windkraft sei für die Umsetzung der Energiewende wichtig, und gut gemachte Anlagen könnten doch auch gut aussehen, sagte hingegen Gemeinderätin Nora Esposito.

Man müsse aber bedenken, dass mancher mögliche Standort, wie zum Beispiel der bei der Sirnitz unterhalb des Blauen, schwer zugänglich sei, sagte Leonard Mayer. Durch das notwendige Ebnen in der Hanglage werde außerdem viel Fläche verbraucht. Gut aufpassen müsse man auch bei der Vergabe an Investoren von Windkraftanlagen, mahnte Karl Heinz Zink. Hohe Renditen dürften nicht das ausschlaggebende Kriterium für den Zuschlag sein. Im Vordergrund sollte die regionale Förderung stehen, so Zink. Neben der mit der Windhöffigkeit einhergehenden Wirtschaftlichkeit werde aber auch die Rendite eine Rolle spielen, entgegnete der Bürgermeister. Die derzeitigen Infos aus dem Verein Bürgerwindrad Blauen halte er persönlich für "eher oberflächlich", sagte Engler. Das bedeute aber nicht, dass er sich der Nutzung von Windkraft verschließen wolle.

Der Gemeinderat stimmte dem gemeinsamen Vorgehen der beteiligten Grundstückseigner (Kommunen, Staatsforst) zur Umsetzung möglicher Windenergieanlagen am Hochblauen zu. Er ermächtigte zudem die Verwaltung, per Projektgruppe einen Kriterienkatalog auszuarbeiten und ist für die Vorstellung des Projekts und des Katalogs während einer öffentlichen Gemeinderatssitzung.

Autor: unserer Mitarbeitern Sigrid Umiger