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16. Juli 2010
BZ-Ausflugstipp: Stampfbachwasserfall und Scharfenstein
BZ-AUSFLUGSTIPP: Stampfbachwasserfall und Scharfenstein.
Gepflegte und gut ausgeschilderte Wanderwege sind eine gute Sache, doch eine glatte Note höher angesiedelt ist eine Wanderung auf alten, schmalen "Hutpfaden" durch eine geschichtsträchtige Landschaft – und das alles in Begleitung eines sachkundigen Natur- und Landschaftsführers. So wie Wolfgang Eckerle aus Münstertal, der im Dienste des Naturparks Südschwarzwald vielfältige Erfahrung in diesen Tourismusbereich einbringt.
Sein erstes Angebot im Mai dieses Jahres war von 20 Wanderfreunden und Geschichtsinteressierten mit Begeisterung aufgenommen worden, so dass in diesem Sommer drei weitere Touren zum selben Thema angeboten werden und zwar jeweils am Mittwoch, 21. Juli, 4. August und 22. September, von 13 bis 17 Uhr. Unter dem Motto "Im Tal der Wasserfälle, Glasmacher und Ritter" beginnt die vierstündige Wandertour auf dem Großparkplatz St. Trudpert am Fuße des Klosters. Von dort geht es zunächst per PKW-Fahrgemeinschaft etwa vier Kilometer ans "Ende der Welt" (im Volksmund auch "Hinteres Elend" genannt).
Hier führte bis zum Bau der L 123 in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Aufstieg für die Pferdegespanne zum Wiedener Eck durch. Vom kleinen Parkplatz beim Wasserhaus geht’s jetzt zu Fuß ganz nah am Stampfbach entlang stramm bergan auf einer Treppe aus Naturstein. Schon bald kommt droben der neue Brückensteg in Sicht, den der Verein der Bergfreunde Münstertal vor einigen Jahren komplett erneuert hat. Ein tolles Fotomotiv angesichts der über viele Stufen herabstürzenden Wildwassermassen.
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Gleich nach der Brücke führt Wolfgang Eckerle seine Gäste links ab auf einem schmalen Hutpfad (abgeleitet vom früheren Wald-Hüter) durch einen Hochwald bis zur kreuzenden Passstraße L 123 und darüber hinaus in den hier beginnenden Glashofwald. Hier war einst das Zentrum einer alten Kulturlandschaft, wo eine regelrechte Industrie zur Herstellung von Holzkohle, Quarzsand, Pottasche und letztlich Glas bestand. Nach einer Umrundung des heute verlandeten Glashofsees folgen wir rechts abbiegend der blauen Raute und gelangen auf einem fast ebenen schmalen Hutpfad zum Scharfenstein. Der Anstieg der letzten 200 Metern erfordert nochmals alle Muskelkraft, bevor man sich gewissermaßen auf dem Boden oder im Innern der alten Raubritterburg wähnt.
Nur noch wenige Reste sind von der einst imposanten Burganlage übrig geblieben. Die Aussicht tief hinab ins "Elend", deren Bewohner der Sage nach unter der Knute des Burgherrn "elendiglich" litten, wie auch die Aus- und Fernsicht bis hinüber zum Belchen entschädigt für alle körperliche Mühsal.
Der Abstieg von 914 Metern ins 300 Meter tiefer gelegene Tal führt über die kunstvolle Steinbogenbrücke der L 123 aus dem Jahr 1847, vorbei an der Scharfensteinhütte zum Ausgangspunkt der Rundwanderung. Der wird ohne Stress und mit mehreren kleineren Erholungspausen nach rund vier Stunden erreicht – Zeit genug, um noch in einer der Rast- und Gaststätten, im Spielweg, in der Sonne, im Kreuz oder im Schwarzwaldcafe beim Bahnhof einzukehren.
Wer ohne eigene PKW-Anfahrt die Tour am 21. Juli mitmachen will, der benutzt den SWEG-Triebwagen (kostenfrei für alle Inhaber der Gäste-Konus-Karte) mit Abfahrt ab Bad Krozingen um 11.34 Uhr, Ankunft am Bahnhof Münstertal 11.51 Uhr. Von hier etwa zwei Kilometer Talwanderweg entlang des Neumagen bis zum Klosterparkplatz. Dort um 13 Uhr Fahrgemeinschaft ins "Elend". Rückfahrt ab Bahnhof Münstertal um 17.09 oder um 18.01 Uhr Richtung Bad Krozingen.
Autor: ml
