Naturschätze im Breisgau

Der Dohlenkrebs

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 05. September 2018 um 18:00 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Der Dohlenkrebs wird auch "Ritter der Flüsse" genannt.

Manche sausen durch die Luft, andere bahnen sich ihre Wege unter Wasser, wieder andere sprießen an Land – rund um Freiburg gibt es einige seltene und schützenswerte Tier- und Pflanzenarten. Experten aus der Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums verraten, wo diese Naturschätze vorkommen, welche Eigenarten sie haben und was wir für sie tun können. Heute: der Dohlenkrebs (Austropotamobius pallipes).

Lebensraum: Saubere und strukturreiche kleine Bäche mit sandig-feinkiesigem Grund in Höhenlagen von 550 bis 200 Metern, Wohnhöhlen meist in Uferbereichen mit Wurzelgeflecht von Laubbäumen.

Aussehen: 10 bis 13 Zentimeter groß, hellbraun bis oliv gefärbte Körperoberseite, deutliche Dornen hinter der Nackenfurche, Unterseite der Scheren schmutzig weiß bis leicht orange; Jungtiere mit orangefarbenen Scherenspitzen.

Häufigkeit: In Deutschland nur im Südwesten Baden-Württembergs vorkommend, deshalb große Verantwortung im Regierungsbezirk Freiburg; Schwerpunkte sind die Vorbergzone des Südschwarzwalds und das Dreisamtal.

Verhalten: Nachtaktiv, tagsüber in Höhlen am Gewässerrand oder zwischen freiliegenden Wurzeln. Bei Gefahr Flucht durch Rückwärtslaufen, angriffslustig und wehrhaft dank der kräftigen Scheren ("Ritter der Flüsse").

Nahrung: Allesfresser, die sich sowohl von wirbellosen Tieren und Pflanzen als auch von totem organischem Material, zum Beispiel Falllaub, ernähren.

Lebensdauer: 8 bis 10 Jahre, geschlechtsreif nach 2 bis 3 Jahren

Besonderheit: Sind durch die Krebspest, eine Pilzerkrankung, bedroht, die durch eingeschleppte nordamerikanische Krebsarten wie dem Signalkrebs übertragen wird.

Was hilft: Verhinderung der Ausbreitung fremdländischer Krebsarten sowie der Krebspest, desinfizieren der Stiefel nach Gewässerbegang, kein Umsetzen der Krebse zwischen einzelnen Gewässern, Schaffung bepflanzter Gewässerrandstreifen, Einschränkung von Wasserentnahmen, möglichst keine Gewässer- und Grabenräumungen.

Weitere Teile der Serie unter mehr.bz/naturschutzserie