Naturschätze im Breisgau

Die Groppe

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 05. September 2018 um 17:55 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Für die Groppe, einen Fisch, muss das Wasser sauber sein – und es muss rasch fließen.

Manche sausen durch die Luft, andere bahnen sich ihre Wege unter Wasser, wieder andere sprießen an Land – rund um Freiburg gibt es einige seltene und schützenswerte Tier- und Pflanzenarten. Experten aus der Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums verraten, wo diese Naturschätze vorkommen, welche Eigenarten sie haben und was wir für sie tun können. Heute: die Groppe (Cottus gobio).

Lebensraum: Sehr saubere, rasch fließende Bäche und Flüsse mit Untergrund aus unterschiedlich groben Kiesen und Steinen, da jede Altersklasse unterschiedliche Ansprüche an die Korngrößen und Fließgeschwindigkeiten haben. Wassertemperaturen von 14 bis 16 Grad Celsius.

Aussehen: 15 Zentimeter groß. Schuppenloser, keulenförmiger Körper mit breitem Kopf und großen Brustflossen. Graubraun marmorierter Körper, der sich mit der Färbung dem Untergrund anpasst, mit vier dunklen Querstreifen sowie hellem Bauch.

Häufigkeit: Verbreitung in den Mittelgebirgslagen mit Schwerpunkten im Südschwarzwald und in der Vorbergzone. In isolierten Populationen in den sauberen Oberläufen unter anderem im Glottertal und im Dreisamtal. Bestandsrückgang durch Gewässerverschmutzungen und -verbauungen.

Verhalten: Nachtaktiv. Legt unter Steinen und Totholz Laichhöhlen an, in die oft mehrere Weibchen mit einem Männchen ablaichen.

Nahrung: Die Hauptnahrung besteht aus Wirbellosen wie Flohkrebsen und Insektenlarven.

Lebensdauer:
Zwei bis zehn Jahre, geschlechtsreif nach zwei Jahren

Besonderheit: Besitzt keine Schwimmblase, daher ein schlechter Schwimmer. Kann schon Barrieren von 15 Zentimeter Höhe nicht überwinden. Männchen bewachen "ihre" Eier und fächeln mit den Brustflossen Wasser, um die Eier optimal mit Sauerstoff zu versorgen.

Was hilft: Verzicht auf Nadelbäume in Gewässernähe, um Versauerung des Gewässers durch einfallende Nadeln zu vermeiden; Verhinderung von Gewässerverunreinigungen und Nährstoffanreicherungen mit nachfolgender Verschlammung; Gewährleistungen der Passierbarkeit von Barrieren.

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