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26. November 2013

Landkreis soll inklusiver werden

Ein Netzwerk will dafür sorgen, dass jeder Mensch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann.

  1. Olaf Kühn und Anke Dallmann machen sich für eine inklusive Gesellschaft stark. Foto: Lukas Fuhr

FREIBURG. Gemeinsam und gleichberechtigt miteinander zu leben, ist für viele Menschen nicht leicht. Sie werden durch Hürden verschiedener Art vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Rollstuhlfahrer scheitern an Treppen, Hörbehinderte an falschen Mikrofonen. Dagegen soll das Konzept der Inklusion helfen.

In einem Hotel im Freiburger Stadtteil Vauban hat sich nun ein Netzwerk gegründet, das helfen will, die Stadt Freiburg und den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald inklusiver zu machen. Inklusion bedeutet, "dass alle Mitglieder einer Gesellschaft von Anfang an und in allen Bereichen gleichberechtigt zusammenleben und selbstverständlich in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptiert werden", wie es in einer Definition des Deutschen Städtetages heißt. Das neu gegründete Netzwerk bekennt sich zu dieser Definition und möchte dafür sorgen, dass Inklusion realisiert wird. Außerdem möchte das Netzwerk selbst politische Forderungen formulieren. Im Jahr 2009 trat in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft. Der Freiburger Gemeinderat hat nun einem Konzept zur Umsetzung der Inklusion in Freiburg zugestimmt. Manfred Meßmer aus der Verwaltung der Stadt Freiburg hat das Konzept mit ausgearbeitet. "Inklusion ist für uns ein wichtiges Thema", sagte er vor den ungefähr 70 Gästen der Gründungsfeier. Gemeinsam mit dem neuen Netzwerk möchte er das "ambitionierte Unternehmen" einer inklusiven Gesellschaft angehen. Dabei liegt der Fokus nicht allein auf Menschen mit Behinderungen. "Wir müssen alle Umstände in den Blick nehmen, die die Teilnahme an der Gesellschaft erschweren", erklärte Meßmer. Im nächsten Jahr soll dazu ein Aktionsplan entstehen. Mit der konkreten Umsetzung werde man erst 2015 beginnen.

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Das neue Netzwerk ist ein Ergebnis eines Kongresses, der im Frühjahr in Freiburg stattgefunden hatte. Damals wurde über "Wege in eine inklusive Kommune" beraten. Das neue Netzwerk möchte jetzt mit der Umsetzung beginnen. Dazu wurden zwei Sprecher gewählt. Die Freiburger Gemeinderätin Anke Dallmann und der Behindertenbeauftragte des Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Olaf Kühn, sind die beiden Sprecher des Netzwerkes. Dallmann, die selbst auf einen Rollstuhl angewiesen ist, möchte mit dem Netzwerk der "Inklusion ein Gesicht geben". Kühn wiederum möchte dafür sorgen, "dass viele Ideen auch auf den Landkreis ausgedehnt werden".

Mit drei Arbeitsgruppen startet das Netzwerk. Während eine Arbeitsgruppe speziell die Gesamtstrategie der Stadt Freiburg begleiten will, sollen die Arbeitsgruppen "Leben, Wohnen, Arbeiten" und "Kinder und Jugendliche" einen allgemeineren Fokus aufweisen. Weitere Arbeitsgruppen könnten bei Bedarf noch gegründet werden, sagte Dallmann. Jetzt sollen die Struktur des Netzwerkes aufgebaut und verschiedene Akteure aus der Region zusammengeführt werden. Für die Kommunen wolle man als Berater bereitstehen. Außerdem will das Netzwerk Öffentlichkeitsarbeit betreiben und eigene Projekte entwickeln.

Autor: Lukas Fuhr