Tierhandel

Mehr illegaler Handel mit geschmuggelten Hundewelpen

Sebastian Wolfrum

Von Sebastian Wolfrum

Fr, 09. März 2018 um 17:01 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Tapsige Pfoten, große Augen, gefälschte Papiere. In Südbaden werden laut Polizei immer mehr geschmuggelte Hundewelpen gefunden. Die Tiere sind oft krank, auf Käufer können hohe Kosten zukommen.

Sie sind wuschelig, süß – und mit ihnen lässt sich viel Geld verdienen. Laut Polizeipräsidium Freiburg werden immer mehr Fälle von illegalem Welpenhandel bekannt. Die Tiere werden oft aus Rumänien oder Serbien eingeschmuggelt und über das Internet in Deutschland verkauft. Käufer machen sich zwar nicht strafbar, müssen aber mit hohen Folgekosten rechnen. An die Hintermänner ist nur schwer ranzukommen.

Tapsige Pfoten, große Augen – es ist schwer, nicht schwach zu werden beim Anblick von Hundewelpen. Allerdings sollten Interessenten sehr darauf achten, wo sie Jungtiere kaufen. Denn die Polizei stellt immer öfter fest, dass illegal eingeführte Tiere gehandelt werden. "Die Zahlen sind massiv angestiegen", sagt Hauptkommissar Günter Weiß bei einer Pressekonferenz des Polizeipräsidiums Freiburg.

"Uns wurde ein Husky gemeldet, den wir prüfen" Günter Weiß
2017 wurden allein in Freiburg und den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen elf Hunde beschlagnahmt, Anfang März 2018 sind es bereits fünf. "Und wenn diese Pressekonferenz vorbei ist, geht es direkt weiter. Uns wurde ein Husky gemeldet, den wir prüfen", sagt Weiß. Dass die Zahlen steigen, hänge wohl auch damit zusammen, dass mehr Fälle gemeldet würden, da das Bewusstsein für das Problem wachse.

Mit dem illegalen Welpenschmuggel lässt sich viel Geld verdienen. Die meisten jungen Tiere würden aus Serbien oder Rumänien nach Deutschland gebracht. "Dort kostet ein junges Tier um die 50 Euro. Bei uns liegen die Preise zwischen 600 und 1000 Euro", sagt Weiß. Die große Marge weckt kriminelle Energie, "das läuft sehr organisiert ab", sagt der Hauptkommissar. Das Streben nach Profit geht auf die Gesundheit der Tiere. Weiß berichtet, dass Welpen oft deutlich zu früh von den Muttertieren weggenommen würden.

Angebote laufen über Ebay Kleinanzeigen

Geschmuggelt würden sie meist in privaten Autos. Transporter, vollgepackt mit 60 bis 80 Welpen, gebe es heute weniger. Die Tiere seien selten geimpft und ärztlich untersucht, Unterlagen häufig gefälscht. "Zwei Welpen sind kurz nachdem wir sie in Quarantäne genommen haben, gestorben", so Weiß. Die Tiere müssen untersucht werden, damit sich keine Krankheiten ausbreiten.

Verkauft werden die Tiere meist über das Internetportal Ebay Kleinanzeigen. Angaben der Verkäufer sind oft gefälscht. Stutzig werden sollten Käufer etwa, wenn die Übergabe des Welpen auf offener Straße stattfinden soll. Auf dem Internetportal gibt es Hinweise, um den illegalen Handel zu stoppen. Hier wird geraten, die Tiere nur beim Züchter oder Halter zu Hause abzuholen sowie Muttertier und Haltung zu besichtigen.

Wer einen geschmuggelten Hund kauft, macht sich nicht strafbar.

Hintermänner sitzen in Osteuropa

Teuer kann es trotzdem werden. Entweder, da hohe Tierarztkosten folgen. Oder, wenn die Polizei ein Tier in Quarantäne nimmt. Dann muss der Käufer dafür aufkommen. Hier könnten Beträge von bis zu 2000 Euro anfallen. Die Tiere einzuführen, ist eine Straftat. Die Hintermänner in Osteuropa seien aber kaum zu greifen. "Da endet die Strafverfolgung an der Grenze", sagt Markus Fehrenbach, Leiter des Arbeitsbereichs Gewerbe und Umwelt bei der Polizeidirektion Freiburg.

Er spricht von einem "Wirtschaftszweig" des Welpenhandels. Einer, der schwer trockenzulegen ist. Weiß berichtet, wie mit Kollegen aus Esslingen mehrere Schmuggler festgenommen wurden. Nur wenige Tage später wurde der nächste Fall bekannt.