Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

05. November 2012

"Auf einem guten Weg"

BZ-SERIE JUNGE POLITIKER (2):Luisa Boos, Raphael Pfaff und Fabian Rink von den Jungsozialisten.

  1. Das Trio, das den Juso-Kreisvorstand repräsentiert: Raphael Pfaff, Luisa Boos und Fabian Rink (von links). Foto: Privat

KREIS EMMENDINGEN. Kein Bock auf Politik? Fehlanzeige: Es gibt auch im Landkreis junge Menschen mit Parteibuch. Die BZ stellt einige von ihnen in einer Serie vor. Thilo Bergmann sprach mit Luisa Boos, Raphael Pfaff und Fabian Rink, die den Juso-Kreisverband nach außen vertreten.

BZ: Inzwischen ist er schon einige Monate her, der historische Machtwechsel in Stuttgart. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Pfaff: Wir sind sehr zufrieden darüber, was die grün-rote Landesregierung bisher umgesetzt hat. Beispielsweise die Abschaffung der Studiengebühren, Einführung von Gemeinschaftsschulen und den Pakt mit den Kommunen, der die Fördermittel bei der Kleinkindbetreuung verdreifacht hat. Klar, können nicht all unsere Vorstellungen in 500 Tagen umgesetzt werden, aber wir sind auf einem guten Weg. Das strukturelle Defizit von 2,5 Milliarden Euro aus CDU-Zeiten macht es uns leider auch nicht ganz einfach.

Boos: Im letzten halben Jahr hat uns als Jungsozialisten aber auch mit der Roma-Abschiebe-Problematik beschäftigt, in der wir uns eine andere Entscheidung der Mutterpartei gewünscht hätten, also die weitere Aussetzung der Abschiebung von Roma und anderen ethnischen Minderheiten in den Kosovo. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir in der Landespartei den Beschluss erwirken können, dass wir uns für eine dauerhafte Bleiberegelung einsetzen.

Werbung


BZ: Das Meldegesetz bestimmte vor dem Sommer für einige Tage die Schlagzeilen. In nur 57 Sekunden stimmten eine Handvoll Parlamentarier über ein sinnverändertes Gesetz ab. Wie denken Sie darüber?

Rink: Das macht deutlich, wie enorm zerrüttet die Bundesregierung inzwischen ist, wenn man darauf hofft, dass der Bundesrat das Gesetz einkassiert. Der Widerstand der SPD war richtig und wichtig.

BZ: Welche Wünsche haben die Jusos im Kreis an die Bundesregierung?

Pfaff: Da gibt es viele. Aber wenn wir es auf einen Punkt reduzieren müssten, gibt es noch enormen Handlungsbedarf, was das Thema Gleichstellung angeht. Es kann nicht sein, dass MdB Peter Weiß gegen die Öffnung der gleichgeschlechtlichen Ehe stimmt, Frauen durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer verdienen und in den Führungsgremien großer deutscher Unternehmen kaum auftauchen. Es ist traurig, dass Kristina Schröder nichts gegen diese Probleme unternimmt und sich nur mit dem Betreuungsgeld befasst.

Rink: Auch die Mindestlohn-Problematik ist eine ständige Forderung unserer Politik. Wir müssen mit einem flächendeckenden Mindestlohn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stärken. Außerdem beugt ein Mindestlohn auch der Altersarmut vor, was bei der aktuellen Diskussion nicht vergessen werden sollte.

BZ: Im Angesicht aktueller Probleme auf EU-Ebene: Welche Vorstellung haben Sie für das Europa der Zukunft?

Boos: Bereits 1914 prägte die SPD die Idee der Vereinigten Staaten von Europa. Genau darum geht es uns auch heute noch. Nationaler Chauvinismus muss überwunden werden, um den europäischen Gedanken weiterzuentwickeln. Das Europa der Zukunft muss sozialer werden und den Menschen einheitliche Sozialstandards gewähren.

BZ: Und wie bewerten Sie in dieser Hinsicht die Rettungsversuche hochverschuldeter Euro-Länder?

Boos: Wir beobachten die Bemühungen sehr kritisch. Die europäische Krise ist nicht allein den Ländern geschuldet, die jetzt mit Problemen kämpfen, sondern unserer Meinung nach auch strukturell bedingt. Wir glauben daher, dass ein harter Sparkurs die Situation nur verschärft und haben uns deshalb auch klar gegen den Fiskalpakt ausgesprochen. Dieser wurde jetzt zwar als verfassungskonform befunden, dennoch ist das der falsche politische Weg, um die Krise in den Griff zu bekommen. Das zeigt auch die sich immer weiter verschärfende Lage in Griechenland.

JUSO-KREISVORSTAND

Der Kreisvorstand der Jusos im Landkreis wird von einem Trio, bestehend aus zwei Sprechern und einer Sprecherin vertreten: Raphael Pfaff (22) arbeitet für die Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle und jobbt in einer Buchhandlung, Fabian Rink (23) studiert Geschichte im vierten Semester und Luisa Boos (27) arbeitet für die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis. Boos möchte sich 2014 wieder als Europakandidatin bewerben.  

Autor: tbb

Autor: tbb