BI: Höchstgeschwindigkeit für ICE bei 200 bis 230 und nicht bei 250

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 05. Oktober 2016

Kreis Emmendingen

Bürgerinitiative Bürgerprotest Bahn erneuert Kritik an den Plänen der Deutschen Bahn, die eine wesentlich breitere Trasse zur Folge habe.

HERBOLZHEIM/KENZINGEN (BZ). Einzig die Aussage des Projektbegleitgremiums "Autobahnparallele", dass die beiden Gleise an der Autobahn A 5 früher realisiert werden als dass die bestehenden Gleise der Rheintalbahn erneuert werden (BZ vom 1. Oktober), kann die Bürgerinitiative (BI) Bürgerprotest Bahn Herbolzheim-Kenzingen "voll mittragen". Dies hat in einer Stellungnahme BI-Vorstandsmitglied Albrecht Künstle so formuliert. Erneut wehrt sich die BI gegen die Absicht der Bahn, auf der dann ertüchtigten Strecke ICE-Züge mit Geschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern fahren zu lassen. Einmal mehr weist Künstle für die BI darauf hin, dass derartige Geschwindigkeiten "zwingend zwei separate ICE-Gleise mit 4,50 Meter Gleisabstand in der Mitte der Trasse und zwei weitere Außengleise" erforderten. Dazu Lärmschutzwände in einem Abstand von mehr als sieben Metern. Damit wäre eine Trasse geschaffen, "die sogar breiter wäre als die Antragstrasse" (gemeint ist damit der Ausbau des dritten und vierten Gleises direkt neben der bestehenden Rheintalbahn, wie er ursprünglich von der Bahn AG favorisiert worden war).

Mit Maximalgeschwindigkeiten von 200 bis 230 Stundenkilometern, schreibt Künstle weiter, "ist dies alles nicht nötig". Lediglich die Oberleitungen müssten verbessert werden. "Der Bund beziehungsweise der Steuerzahler kann von Offenburg bis Riegel 400 Millionen Euro einsparen." In diesem Zusammenhang weist Künstle einmal mehr auf die nach Meinung der BI existierenden Widersprüche der Argumentation der Bahn hin, wonach die Reisezeit zwischen Karlsruhe und Basel von 90 auf 69 Minuten − oder aber nach neueren Aussagen auf 73 Minuten verkürzt werden müsse.

Dem setzt die BI eine eigene Variante entgegen: "Als Kompromiss wird vorgeschlagen, die ICE-Geschwindigkeit nicht erst ab der Riegeler Kurve bis Freiburg auf 200 Kilometer pro Stunde festzulegen, sondern schon ab der Ringsheimer Kurve. Dann geht es nur noch um elf Kilometer Geschwindigkeit 200 oder 230 Stundenkilometern statt 250 durch unsere zwei Städte und Ringsheim." Falsch sei überdies die Behauptung der Deutschen Bahn, auch bei einer geringeren Geschwindigkeit seien für Überholvorgänge vier Gleise notwendig.

Schließlich macht sich die BI für eine um fünf Jahren raschere Fertigstellung der Autobahnparallelen stark. Damit, so Künstle, ließen "sich die 60 Millionen Euro teuren ,provisorischen’ Gleise zwischen Riegel und Kenzingen einsparen."