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26. März 2009

Edle Töne für einen guten Zweck

Ute und Winfried Kloppert spielten Bach – Vater, Söhne, Schüler – für die neue Kollnauer Orgel .

WALDKIRCH-KOLLNAU. Diese Investition ist ein Signal gegen alle Schlecht- und Krisenzeitreder – über die Grenzen der evangelischen Paul-Gerhardt-Gemeinde in Kollnau hinaus. Denn die Gemeinde hat sich entschlossen, eine neue Orgel anzuschaffen, weil sich die bisherige nicht mehr sinnvoll reparieren lässt. Nun sollen Benefizkonzerte Geldspenden erbringen. Schade allerdings dass am Sonntagnachmittag das Kirchenrund nur halb gefüllt war – die Qualität des Konzerts einerseits und der sinnvolle Zweck andererseits hätten allemal mehr Besucher gerechtfertigt.

Ute Kloppert (Traversflöte) und ihr Mann Winfried Kloppert (Cembalo), die als Duo "Musica Canora" auftreten, leben seit vorigem Jahr im Elztal. Sie begannen mit zwei Sätzen aus Bachs e-moll-Sonate. Ihre Interpretation wirkt zurückgenommen, fast schlicht. Sie verzichten darauf, Ritardandi allzu sehr auszukosten – das ist einleuchtend und überzeugend.

Das Programm, von Winfried Kloppert moderiert, war eine kleine, dafür aber überaus interessante Reise von Johann Sebastian Bach bis zu den Anfängen der klassischen Musik. Es folgte nämlich die erst 2002 dem Komponisten zugeordnete Sonata 1 e-moll von Bachs zweitem Sohn Wilhelm Friedemann – rhythmisch zuweilen diffizil, technisch vor allem für die Flöte schwierig. Schön der Mittelsatz, die Siciliana. Der zunächst in Schwerin, später in Riga beschäftigte Johann Gottfried Müthel (1728–88) war ein Schüler Johann Sebastian Bachs. Seine D-Dur-Sonate wirkte zuweilen melodischer, der Schlusssatz Cantabile fast tanzend.

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Bachs ältester Sohn aus zweiter Ehe, Johann Christoph (1732–95), war schon fast in der Klassik "angekommen". Manches in seiner d-moll-Sonate will schon an die mozartische Heiterkeit erinnern, aber auch der Vater ist noch immer deutlich hörbar. Der Mittelsatz ist eine deutliche Auseinandersetzung mit ihm: Rezitativ- und Arienmotive im Cembalo, die lebhaft an Bach-Vaters Kantaten und Oratorien erinnern, wechseln mit einer schlichten, wunderbaren Melodie. Zum Schluss dann noch einmal zwei Sätze aus der e-moll-Sonate von J. S. Bach. Wunderschön das Andante, in dem Winfried Kloppert sein Cembalo ausschließlich mit Lautenzug spielte. Zum Ende langer Beifall und Blumen – die beiden Künstler bedankten sich mit dem Siciliano aus Johann Sebastian Bachs Es-Dur-Sonate, die zu den populärsten Melodien des Meisters gehört.

Mit dem "Duo Canora" hat sich ein Musiker-Ehepaar im Elztal zu Wort gemeldet, von dem man mit Sicherheit und sehr gerne mehr hören will. Der Erlös, am Morgen nach dem Konzert mitgeteilt, war mit 769 Euro (und einer Mark), war immens.

Spendenkonto für die Kollnauer Orgel: Evangelische Kirchengemeinde, Kontonummer 50209512, Volksban Breisgau Nord

(BLZ 68092000)
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Autor: Frank Berno Timm