Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

05. Februar 2009 14:34 Uhr

Infekte und Influenza: Mehr Kranke

Erhöhte Krankenstände machen derzeit manchem Menschen zu schaffen. Das hochansteckende Noro-Virus ist zwar verbreitet, allerdings "nicht ganz so schlimm wie im vergangenen Jahr", so Gesundheitsamtsleiterin Dr. Juliane Elsässer. Sie empfiehlt Hygiene.

  1. Viele haben Schnupfen, manche ein Taschentuch - der Winter ist die traditionelle Zeit für Grippe, Schnupfen und viele andere Erkrankungen. Manchmal bleibt wie hier in Waldkirch dabei etwas auf der Strecke. Foto: Frank Berno Timm

Wenn es in der Nase zu rinnen beginnt oder im Hals kratzt, ist Vorsicht geboten. Noch mehr, wenn es zu plötzlichem Durchfall und heftigem Erbrechen kommt. Geht es bei dem einen um einen grippalen Infekt, möglicherweise sogar um die Influenzavirusgrippe, könnte es sich bei letzterem um den ansteckenden und vor allem für ältere Menschen nicht ungefährlichen Noro-Virus handeln.

Die Noro-Symptome klingen nach zwei Tagen ab. Erkrankte sollten allerdings beachten, dass sie zwei weitere Tage ansteckend sein können, so Elsässer. In ihrer Behörde sind derzeit neun "Gruppenerkrankungen" – also Fälle, die in Gemeinschaftseinrichtungen aufgetreten sind – bekannt. Werde das Noro-Virus bei einer Stuhluntersuchung festgestellt, müsse es gemeldet werden, erläutert die Amtsleiterin. Es gebe allerdings keine Pflicht zur Untersuchung. Die Dunkelziffer ungemeldeter Erkrankungen schätzt sie als "sehr hoch" ein. Ihre Empfehlungen: konsequente Hygiene – besonders durch Händedesinfektion – und Isolierung von Patienten. Bricht das Virus bei Kindern aus, die in eine Betreuungseinrichtung gehen, müssten alle Betroffenen informiert werden. Schließlich seien schon zehn bis 100 Partikel des Virus ausreichend, um eine Erkrankung auszulösen.

Werbung


Es gebe derzeit "keinen Anhalt für eine Pandemie", wie das weltweite Auftreten einer Epidemie genannt wird. Allerdings registrierte das Gesundheitsamt in den vergangenen Wochen vermehrt Influenza-Meldungen. "Das spricht dafür, dass allerhand los ist", so die Gesundheitsamtsleiterin. Sie legt Wert darauf, zwischen grippalen Infekten und der eigentlichen Virusgrippe zu unterscheiden.

Bei großen Arbeitgebern führt derlei offensichtlich nicht immer zu höheren Krankenständen. "Alles normal", sagt etwa Landkreissprecher Ulrich Spitzmüller über die Ämter und Betriebe des Kreises. Größter Arbeitgeber im Landkreis mit knapp 2000 Mitarbeitern ist die Firma Sick (Hauptsitz Waldkirch). Sick-Sprecherin Antje Stein sagt, in den vergangenen 15 Jahren sei der Krankenstand im Schnitt unter drei Prozent gewesen. Im Januar 2008 habe er 5,4 Prozent betragen, "dieses Jahr hatten wir im Januar acht Prozent". Ähnlich sieht es am Waldkircher Geschwister-Scholl-Gymnasium aus: Direktor Bernd Zickgraf hat ebenfalls mit erhöhten Zahlen zu kämpfen. Die Rede war Ende Januar von 14 erkrankten Pädagogen (von insgesamt 75 Lehrern). In manchen Klassen sitze derzeit nur die Hälfte der  Schüler, so Zickgraf.

Wem die Nase rinnt, der braucht Medizin. Aus der Stadtapotheke in Emmendingen heißt es, es würden viel Grippe- und Magen-Darm-Mittel gekauft, allerdings "normal wie immer".  Eine Emmendinger Obsthändlerin fügt hinzu, mehr Obst für den Vitamine-Vorrat werde nicht erworben, "aber eher mal ein schwarzer Rettich, um die Sache zu lindern".

Autor: fbt