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02. Februar 2009 16:40 Uhr
Kreative "Gleichzeit"
Die Waldkircher Musikerin Annette Rießner startet ein neues Musik- und Theaterprojekt für Jugendliche.
Als vor drei Jahren das erste "Gleichzeit"-Projekt startete, war das Interesse an der Vermittlung neuer Musik nicht nur unter Kindern und Jugendlichen groß. Im vorletzten Jahr studierte eine Gruppe rund um die Waldkircher Musikerin Annette Rießner eigene Musik ein, die an einer Imbissbude im Freien aufgeführt wurde. Nun beginnt das neue "Gleichzeit"-Projekt. BZ-Mitarbeiter Frank Berno Timm sprach darüber mit Annette Rießner.
WALDKIRCH. BZ: Frau Rießner, wie erklären Sie jemandem, der noch nie etwas davon gehört hat, was sich hinter "Gleichzeit" verbirgt?Rießner: Es sind Vermittlungsprojekte für Neue Musik und Kunst, die jedes Jahr einen anderen Ansatz haben.
BZ: Ihr Projekt richtet sich vor allem an Jugendliche?
Rießner: Ja. Dass es jedes Jahr einen anderen Schwerpunkt gibt, macht es auch für Jugendliche interessant, die immer wieder mitmachen.
BZ: Wie beschreiben Sie denn die Ziele dieser Arbeit?
Rießner: Ziele an sich gibt es erst mal nicht. Es soll den Teilnehmern ja Spaß machen! Aber ich finde es schön, wenn sie merken, dass sie auch etwas können – Musik machen ohne jahrelangen Unterricht. Am Ende hat das, was sie vorführen, Konzertniveau.
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BZ: Warum haben Kinder und Jugendliche so einen Ansporn denn nötig?
Rießner: Es gibt wenig Angebote, bei denen Kinder sich selber ausprobieren können. Es geht um Kreativität, die an nichts gebunden ist. Und dabei ist wichtig, eben nicht festgelegt zu sein, damit man alle Möglichkeiten ausschöpfen kann. Natürlich gibt es auch Teilnehmer, die schon etwas mitbringen: Die Klasse für elektronische Musik der Konstanzer Musikschule macht tolle Klanginstallationen. Und die 7. Klasse des Freiburger Goethegymnasiums, die ebenfalls mitmacht, hat lebhafte Kontakte zu zwei Studenten der Freiburger Musikhochschule. Ich würde gern mit den Kindern, die bei mir mitmachen, zusätzlich zu den musikalisch-theatralischen Konzepten etwas basteln: Ich denke an Eintrittskarten, die wie pflanzliche Puzzleteile geformt sind – das wird dann eine Aufforderung ans Publikum sein, selbst mitzumachen und aus den Eintrittskarten eine Skulptur zu bauen. Wichtig ist mir auch, dass der Botanische Garten Freiburg, in dem wir dieses Mal sind, nicht nur eine nette Kulisse ist, sondern mehr. Deswegen ist für alle Teilnehmer eine Führung durch den Botanischen Garten geplant.
BZ: Wie alt sollten Kinder, die mitmachen, mindestens sein?
Rießner: Zehn Jahre. Wir haben bei der Weihnachtsfeier der Musikschule Waldkirch mit ein paar Kindern schon einen kleinen Test gemacht. Die Kinder der kleinen Gruppe konnten alle "Oh, Tannenbaum" spielen – sie haben auf der Bühne an der Schlettstadtallee, wo wir gefeiert haben, einen "lebendigen" Tannenbaum auf die Bühne gebracht, der sich nach dem Licht ausgerichtet hat.
BZ: Nun läuft ja die "Gleichzeit"-Arbeit schon einige Zeit. Gibt es denn Rückmeldungen früherer Teilnehmer?
Rießner: Ja, durchaus. Ich weiß von einigen Jugendlichen, dass sie inzwischen fleißig Ausstellungen und Konzerte mit neuer Musik besuchen. Wir werden übrigens dieses Jahr "Gleichzeit" wieder in Form von Blockseminaren organisieren. Das ist sinnvoller, als die Teilnehmer wöchentlich für eine Stunde zusammenzuholen – da kann sich keine Kreativität entwickeln. In dieser Woche werden sich die Teilnehmer das erste Mal treffen.
Kontakt: Annette Rießner, 07681/4939878
Autor: fbt
