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20. November 2009

"Schöne Bilder für menschliche Gefühle"

Der ehemalige Musikschullehrer Gerald Lüneburger gastiert und begeistert im Schlosskeller

  1. Gerald Lüneburgers Liebe gehört dem Blues. Foto: charlotte Wittnebel

EMMENDINGEN. Eigene Kompositionen sowie Folk und Blues Songs spielte Gerald Lüneburger bei seinem Solo-Gitarren-Konzert "Folk ’n’ Blues ’n’ Songs" am Sonntagabend im Schlosskeller Emmendingen. Bei der Zugabe "Fly me to the moon" begleitete ihn sein Freund und Kollege Helmuth Lindlar auf der E-Gitarre.

Seit der ehemalige Musiklehrer nicht mehr für die Emmendinger Musikschule arbeitet, hat er, so sagt er selbst, viel Zeit, um Gitarre zu spielen und eigene Songs zu schreiben. "Bei diesem Konzert spiele ich die Gitarrenmusik, die ich mag und die ich spielen möchte und nicht unbedingt die Musik, die die Leute hören wollen."

Passend zur Jahreszeit eröffnete er sein Programm "Folk’n’Blues’n’Songs" mit seinem selbst komponierten Instrumentalstück "Herbst". Es folgte ein Lied aus den 70er Jahren von Stephen Stills "4+20" auf der klassischen Gitarre. "Als Steven Stills dieses Lied schrieb, muss er großen Kummer gehabt haben", berichtete Lüneburger. Weiter ging es mit dem Folk-Song "The Water is Wide" und "Time in a Bottle" von dem amerikanischen Sänger Jim Croce, der sich wünschte, die Zeit in einer Flasche zu sammeln, da es niemals genug Zeit gäbe, die Dinge zu tun, die man sich wünsche.

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Wirkte Lüneburger zu Beginn des Abends noch etwas zurückhaltend, so taute er im weiteren Verlauf auf und begeisterte das Publikum mit einer gelungenen Mischung aus unbekannten Liedern, selbst geschriebenen Stücken und bekannten Klassikern.

Im Anschluss spielte er "A Taste of Honey" von Bobby Scott und Ric Marlow, das auch von den Beatles und der Jazz-Sängerin Peggy Lee gecovert wurde. Bekannte Songs erhalten durch Lüneburgers rauchige Stimme und seine Art der Interpretation eine ganz eigene Note und Klangfärbung, so auch bei Nora Jones "I don’t know why".

Aufgelockert wurde der Abend durch persönliche Anekdoten. In der Probephase für sein selbst geschriebenes Stück "Drachenflug" "musste es meine Frau im Urlaub aushalten, wenn ich im Wohnmobil Flöte gespielt habe", erzählte Lüneburger schmunzelnd. Bei diesem Stück spielt Lüneburger Querflöte, die Gitarrenbegleitung hat er zusätzlich aufgenommen. Die Stimmung im Schlosskeller wurde immer lockerer und fröhlicher. Zu dem bekannten Bluesstück "Good Morning Blues" klatsche das Publikum begeistert mit und Lüneburger erklärte seine Faszination für den Blues: "Im Blues werden immer so schöne Bilder gefunden, um den Gefühlsstatus der Menschen widerzuspiegeln." Am Ende seines Auftritts spielte Lüneburger "Summer of ’69" von Bryan Adams. "In dem Song habe ich mich wiedergefunden, nur, dass es bei bei mir bereits im Jahre 1962 war."

Als Zugabe spielte Lüneburger unter anderem Helmuth Lindlar "Fly me to the moon". Und herzlich verabschiedete er sich vom Publikum: "Danke, dass ihr mich bis hierher begleitet habt, ich hoffe, ich kann beim nächsten Auftritt auf euch zählen." Dessen kann er sich wohl sicher sein.

Autor: Charlotte Wittnebel