Zwei Träger – eine Schule

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 13. Oktober 2014

Kreis Emmendingen

Gesundheits-/Krankenpflege.

KREIS EMMENDINGEN (BZ). Wenn zwei unterschiedliche Krankenhausträger ihre Ausbildungseinrichtungen zusammenlegen, kann das ein Risiko darstellen oder ein Glücksfall werden – bei der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege im Landkreis Emmendingen hat’s funktioniert. Das stellt das Landratsamt in einer Mitteilung an die Presse fest.

Vor zehn Jahren, am 1. Oktober 2004, hatten das Kreiskrankenhaus Emmendingen und das Zentrum für Psychiatrie Emmendingen (ZfP) ihre bis dahin eigenständigen Krankenpflegeschulen fusioniert. Die Schule zur Ausbildung der Pflegekräfte hat seither ihren Sitz im Weiherschloss, einem historischen Gebäude im Park des ZfP. Dort wird das theoretische Rüstzeug für den Pflegeberuf in Krankenhäusern vermittelt. Zur praktischen Ausbildung gehen die Schülerinnen und Schüler sowohl ins Kreiskrankenhaus als auch in das ZfP. Die Kombination ist das Besondere der Ausbildung in Emmendingen.

"Die Krankenpflegeschule im Weiherschloss ist ein Erfolgsmodell geworden", sagte Landrat Hanno Hurth bei einer Feier und zog ein positives Fazit der Fusion: "Es hat geklappt." Durch die gemeinsame Ausbildungseinrichtung seien auch der sonstige Austausch und der Kontakt der beiden Träger besser geworden. Und noch etwas habe sich zum Positiven geändert: Vor zehn Jahren gab es für junge Menschen riesige Probleme auf dem Ausbildungsmarkt. "Heute kann man sich den Arbeitgeber aussuchen", stellte Hurth fest. Jedes Jahr am ersten Oktober startet eine neue Klasse Deshalb waren bei der Geburtstagsfeier auch die 35 jungen Menschen anwesend, die an diesem Tag ihre Ausbildung begannen.

Michael Eichhorst berichtet von einer starken Nachfrage

In den zehn Jahren wurden in Emmendingen 265 Gesundheits- und Krankenpfleger und -pflegerinnen erfolgreich ausgebildet. Diese Zahl nannte Michael Eichhorst, der neue Geschäftsführer des ZfP, der von einer starken Nachfrage nach der Ausbildung im Weiherschloss berichtete – auch, weil Emmendingen die Möglichkeit biete, mit einem Fernstudium einen Bachelor-Abschluss zu erwerben.

Mit der gemeinsamen Schule leisteten die beiden Häuser einen Beitrag zur Standortsicherung in der Pflegeausbildung und seien dadurch auch für gesetzliche Änderungen in der Pflegeausbildung gewappnet. Darauf wies Matthias Vollrath, der Pflegedirektor des Kreiskrankenhauses hin. Das breite Spektrum der Ausbildung mit Krankenhaus und Psychiatrie sei einmalig. Auch Horst Burkhart vom Personalrat des ZfP zog eine positive Bilanz. "Es ist großartig, was hier zusammengewachsen ist". Das fanden stellvertretend auch Ellen Kurth und Jennifer Schumann von der Jugend- und Auszubildendenvertretung: Die Fusion bringe durch Einblicke sowohl ins Krankenhaus als auch in die akute Psychiatrie einen "riesigen Vorteil, auch für den späteren Berufsweg". Dass es diese breite Ausbildung sonst nirgends in Baden-Württemberg gibt, stellte auch Schulleiter Reinhard Lay in den Mittelpunkt. Die Schule sei zudem eine Talentschmiede. Denn viele ehemalige Auszubildende aus den vergangenen zehn Jahren seien heute Stationsleitungen oder Praxisanleiter in einem der beiden Häuser. "Darauf sind wir mächtig stolz", sagte Lay.