Es braucht viele Engagierte

Paul Schleer

Von Paul Schleer

Mo, 03. Juli 2017

Kreis Lörrach

Der Lörracher Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt sorgt sich um die Zukunft des Sozialstaates.

WEIL AM RHEIN. Der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) sieht sich wie viele Sozialverbände vor der großen Herausforderung, das Auseinanderklaffen des Sozialstaates und der Gesellschaft zu verhindern. Die Vorsitzende Hannelore Nuß sprach bei der Delegiertenkonferenz in Weil am Rhein von einem "echten sozialen Problem". Hinzu komme die Schwierigkeit, Beruf, Familie und Ehrenamt zu verbinden.

Die Arbeit der AWO werde immer wichtiger, befand Nuß. Um die Ziele zum Wohle vieler Menschen umzusetzen, brauche es das Engagement vieler. Persönliche Dinge müssten diese oft hintanstellen. Aber helfen zu wollen und zu können sei eine Geste, die bei den meisten Spuren hinterlasse. Bewegt habe die Solidarität mit Geflüchteten im Flüchtlings-Integrations-Programm. Man versuche, sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren und ihnen Deutschkenntnisse zu vermitteln. Gute Dienste leistete hier die Kreativwerkstatt.

Weitere Themen waren die Gleichstellung der Geschlechter, die Gestaltung des ehrenamtlichen Engagements, der Kampf gegen Armut in Deutschland. Neu gibt es Frauencafés in Maulburg und Haltingen. Der Gebrauchtwarenladen "Schatzkästlein" in Rheinfelden mit mehr als 50 Ehrenamtlichen sei über die Grenze zur Schweiz hinweg ein beliebter Einkaufsmagnet geworden. Besonders wertvoll sei die Arbeit mit den AWO-Kids, Grundschüler von 6 bis 10 Jahren, mit dem von ihnen kreierten "Müll-Monster", mit Nachmittagsbetreuung und Freizeitbetreuung an sechs Grundschulen im Landkreis Lörrach. Wichtig seien überdies die Kinder- und Jugendfreizeiten für 10- bis 15-Jährige. Viel Beachtung finde auch das Kooperationsmodell mit Endress + Hauser in Maulburg in der Kinder- und Jugendbetreuung.

Von der Aktion "Kinderlächeln", den Mutter-Kind-Kuren, den Sprachreisen und der Kreativwerkstatt werde reichlich Gebrauch gemacht. Das Einbringen in die Versorgung von Kindern, denen zu helfen,die wenig haben und die Versorgung von Gebrechlichen und Kranken sind Aufgaben, die der Kreisvorsitzenden besonders am Herzen liegen. Dazu müsse miteinander und nicht gegeneinander gearbeitet werden, sagte Nuß. Kreisgeschäftsführerin Jana Kempf legte einen umfangreichen Kassenbericht vor mit einem beachtlichen Jahresumsatz. Die stellvertretende Kreisgeschäftsführerin Ina Pietschmann kündigte an, dass 2019 das 100-jährige Bestehen der AWO mit einem großen Jubiläum unter Beteiligung aller 13 Ortsvereine im Landkreis Lörrach feiern will. Dazu soll die AWO-Geschichte im Landkreis aufgearbeitet werden.
» Wahlen: Victoria Friedrich (Beisitzer Schopfheim), Michael Schröder (Beisitzer Schönau).
Ehrungen:
Hannelore Nuß (Kreisvorsitzende), Klaus Ruch (Schönau), Jutta Kraul (Hauingen-Brombach-Haagen), Heidi Malnati (Schopfheim), Ilsemie Dumont (Rheinfelden) für langjährige Mitgliedschaft.
Kontakt: AWO Kreisverband Lörrach, Schusterstraße 3, 79618 Rheinfelden, Telefon 07623/3093703, E-Mail: info@awo-loerrach.de