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14. Januar 2017

Höhere Prämien in schwierigen Gebieten

CSU-Politiker Josef Göppel stärkt bei Vortrag in Schönau Landwirten im Schwarzwald den Rücken.

  1. Josef Göppel Foto: Wehrle

SCHÖNAU. "Landschaftspflege muss sich für Bauern lohnen", hieß der Vortrag, den der CSU-Bundestagsabgeordnete Josef Göppel auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Lörrach-Mülheim Armin Schuster sowie dem BLHV-Kreisverbandes Lörrach in Schönau vor knapp 70 Zuhörern in Schönau gehalten hat.

Als Vorsitzender des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) und Politiker sei Göppel "der grünste Konservative, den wir haben", befand Schuster. Mit der Landwirtschaft aufgewachsen, fühle er sich mit dieser in ihrer ursprünglichsten Form verbunden. Göppel forderte, dass die Weidehaltung auf Grenzertragsstandorten besser gefördert werde. Je schwieriger der Standort, umso höher sei die Gemeinwohlleistung. Die Wiederherstellung von Flächen sei aufwendig und teuer. Derzeit erhalten die Landwirte jedoch überall die gleichen Prämien, Göppel und der DVL sehen hier dringend Änderungsbedarf. Das Ziel sei der Ausbau des bäuerlichen Naturschutzes. Hierfür wolle er die Fördergelder in Kulissen und Betriebsweisen lenken, die besonders schwierig seien. Er setzt dabei auf die Wiedereinführung gekoppelter Prämien für Weidetierhalter. Der gesellschaftliche Mehrwert, den die Landwirte in solchen Regionen erbringen, solle entlohnt werden. Konkret könne eine solche Gemeinwohlprämie so aussehen: Es gebe Punktwerte wie die Hanglage, die Höhenlage, die Tierhaltung, die mit in die Bewertung einbezogen werden; je mehr Punkte, desto mehr Zahlungen erhält der Landwirt. Bisher seien einheitliche Zahlungen anhand von Mindestanforderungen erfolgt, dagegen sprach sich Göppel deutlich aus. Schließlich sei es ein Unterschied, auf welcher Fläche ein Landwirt seine Leistung erbringt. Das System müsse flexibler werden. Auch Leistungen, die nicht in Betriebsbüchern erscheinen, sollen entlohnt werden. Dabei soll jeder Landwirt für sich entscheiden können, wo er was für das Gemeinwohl machen kann. Göppel ist es wichtig, dass alle in benachteiligten Lagen wie im Schwarzwald einen Push bekommen und sehen, dass die Allgemeinheit ihre Arbeit anerkennt.

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In der Diskussion mit Landwirten und bei Göppels Besuch am Mittag bei Landwirt Manfred Knobel in Aitern wurden Probleme angesprochen. Dazu zählen die Verordnungen zur Landschaftspflege und zum Düngen. Landschaftspflegeflächen könne man zum Teil nur alle drei Jahre düngen, dadurch werde das Futter dort schlecht. Für gute Fleischprodukte brauche man jedoch auch gutes Futter.

Auch die neue Düngeverordnung, die vom Bund 2017 eingeführt werden soll, sprachen die Landwirte aus dem Wiesental an. Demnach soll es eine Sperrfrist geben, in der man keinen Festmist ausbringen dürfe. Dies sei jedoch in Bergregionen wie dem Schwarzwald nicht machbar, erklärte Knobel. Er und seine Kollegen fordern Ausnahmeregelungen für Berggebiete und generell weniger Einschränkungen. Schuster und Göppel versprachen, diese Probleme in Berlin schon am Montag anzusprechen.

Man könne nicht alles nach dem Naturschutz ausrichten, sagte BLHV-Geschäftsführer Albert Zimmermann. Er zählte viele Dinge auf, die die Landwirte dabei einschränkten. Ein Landwirt wünschte politische Unterstützung, um Stallbauten finanzierbar zu machen. Auch die Kontrollen machten Landwirten zu schaffen, hierbei wünschte man sich Rückendeckung durch die Politik. Schuster stellte sich auf die Seite der Landwirte, machte aber klar, wie schwer es sei die Interessen der Landwirte in den Gremien zu vertreten. Vegetarier, Veganer und andere Tierwohl-Vertreter seien laut, wer anderer Auffassung sei als diese Gruppen müsse dagegenhalten und dafür brauche er Unterstützung. Diese bekäme er vom BLHV. Aber auch die Landwirte selbst müssten laut werden. Schuster warb für die Vermarktung der Produkte unter der Weltmarke "Schwarzwald". Bruno Schmidt, Bürgermeister von Häg-Ehrsberg, hofft hier auf das Biosphärengebiet.

Autor: Verena Wehrle