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12. April 2017

Reform bleibt umstritten

Kreisverein Badischer Jäger meldet Zulauf und 739 Mitglieder.

  1. Für 40 Jahre zeichneten der stellvertretende Kreisjägermeister Thomas Sattler und Jägermeister Brombacher, Werner Stein, Walter Müller, Hans Schweikert und Fritz Trefzer (von links) aus, rechts Ralf Herzog. Foto: MPS

SCHLIENGEN (mps). Das seit zwei Jahren geltende Jagd- und Wildtiermanagementgesetz treibt die Jäger im Landkreis Lörrach nach wie vor um. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung in Liel deutlich. Besonders das Fütterungsverbot und die Fütterungskonzeption gehören nach wie vor zu den Reizthemen.

Der Kreisverein "Badische Jäger Lörrach" wächst weiter und zählt heute 739 Mitglieder. Insgesamt wurden bisher im Landkreis rund 1000 Jagdscheine gelöst. Zwar ist die Jagd immer noch eine Männerdomäne, der Frauenanteil steigt aber in den Revieren kontinuierlich an; erfreulich sei auch der steigende Anteil junger Menschen, die die Jägerei betreiben. Auch Schliengens Bürgermeister Werner Bundschuh, der als Vertreter der Gastgeberkommune sprach, schätzt das Engagement der Jäger bei Fallwild, also bei verletzten und getöteten Tieren, rund um die Uhr. "Da können sich die Kommunalverwaltungen auf Sie verlassen", bedankte sich Bundschuh.

Das bestätigte der zuständige Dezernent im Landratsamt, Michael Kaufmann, der den Jägern eine große Wertschätzung bescheinigte. Kaufmann verwies auf das neue Jagd- und Wildtiermanagementgesetz, das in der Jägerschaft landesweit für Unverständnis gesorgt habe. "Mittlerweile wurde es wieder geändert und hat sich der Auffassung der Jäger genähert", betonte der Dezernent. Trotz der anhaltenden Kritik lebten die Lörracher Jäger den Inhalt des Gesetzes, erklärte Kaufmann. Ein Kernziel sei das Wildmonitoring und das Wildtiermanagement, das Tierschutz und Jagd in Einklang bringen soll, und alle drei Jahre in einem Wildtierbericht dokumentiert wird. Als ein Beispiel nannte Kaufmann den Biber, der sich durch den Schutz rasant ausgebreitet habe und in Bayern wieder bejagt werden dürfe. Durch das Wildtiermanagement könne die Entwicklung solcher Populationen genau nachvollzogen und reagiert werden, so der Dezernent. Ergebnis des neuen Gesetzes seien auch zwei neue Hegegemeinschaften, die sich vor allen Dingen um das sogenannte Niederwild kümmern. Für die vorgeschriebene Biotoppflege fehlten allerdings die Flächen. "Wir müssen dafür unbedingt die Landwirte mit ins Boot holen", empfahl der Dezernent.

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Das neue Landesjagd- und Wildmanagementgesetz zeige eine Fülle von Konsequenzen, kritisiert Kreisjägermeister Dietrich Brombacher und das trotz der Änderungen vom vergangenen Jahr.

Besonders das Verbot der Fütterung für das Schalenwild und die aufwändig gestaltete Fütterungskonzeption in den Revieren in den Hochlagen führten bei den Jägern nach wie vor zu Verdruss und Ärger. "Es ist immer noch ein bürokratisches Monstrum", urteilt der Kreisjägermeister. Trotzdem habe man vier entsprechende Konzeptionen für Flächen von jeweils etwa 2500 Hektar ausgearbeitet, aber wegen des Aufwands noch nicht abschließen können, sagte Brombacher. "Wir haben Verständnis für diejenigen, für die der Aufwand nicht akzeptabel ist", fuhr der Kreisjägermeister fort. Deshalb habe die Jägervereinigung den Antrag an die Landesregierung gestellt, die neue Fütterungsregelung abzuschaffen und zur bewährten Praxis zurückzukehren, wie sie bereits beim Politiker-Stammtisch im Rahmen der Regio-Messe gefordert worden sei. "Wir bekommen dazu Schützenhilfe vom Bundestagsabgeordneten Armin Schuster", kündigte der Kreisjägermeister an. Er habe sich bereit erklärt, die Argumente weiterzuleiten. Entsprechende Unterstützung habe auch der Landesjägermeister zugesagt, ergänzte Brombacher. "Wiederbelebt" wurde laut Brombacher auch der Dialog mit dem Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband.

Ehrungen für 25 Jahre: Werner Brombacher (Malsburg-Marzell), Hans Büchelin, Karlfrieder Graf (Kandern), Tim Gresslin (Wittlingen), Bernd Krumrey (Eimeldingen), Wolfgang Maier (Lörrach), Josef Schneider (Todtnauberg), Claudia Senn (Tunau), Bernd Wassmer (Zell), Rainer Wirth (Grenzach-Wyhlen), Hartmut Zengerle (Zürich). 40 Jahre: Hubertus Bley (Efringen-Kirchen), Walter Hölzle (Wembach), Walter Müller (Maulburg), Elisabeth Schafhauser (Kleines Wiesental), Günther Schmiederer (Kandern), Hans Schweikert, Erich und Eva Todtenhaupt (alle Schopfheim), Werner Stein, Horst Wezel (Schliengen), Fritz Trefzer (Lörrach), Dieter Trimpin (Badenweiler).

Autor: mps