Tagesmütter wollen mehr Unterstützung

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 31. Januar 2018

Kreis Lörrach

Der Abgeordnete Josha Frey traf sich mit Vertreterinnen des Fachdienste Kindertagespflege.

LÖRRACH (BZ). Im Januar folgte der Grünen-Landtagsabgeordnete Josha Frey der Einladung der Fachdienste Kindertagespflege im Landkreis Lörrach und informierte sich über die aktuelle Situation im Bereich der Kinderbetreuung. Verena Supper und Halka Dupy (Familienzentrum Wunderfitz Weil am Rhein), Mechthild Hof (Familienzentrum Kinderland Lörrach), Leni Schütz und Birgitt Kiefer (Familienzentrum Rheinfelden) sowie Anna Homberg (Kinderschutzbund Schopfheim) berichteten von Qualitätsstandards sowie ihren Forderungen an die Politik.

"Tagesmütter und -väter leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Kinderbetreuung im Land. Qualitätsentwicklung heißt hier vor allem eine bessere Ausgestaltung der Vergütung, damit Tagespflegepersonen existenzsichernd und nachhaltig arbeiten können", beschreibt Anna Homberg die Forderungen an die Politik. "Die Tagespflegepersonen sind dringend auf eine Erhöhung der laufenden Geldleistung angewiesen." Die Nachfrage nach bedarfsgerechter Kinderbetreuung steige. In einigen Gemeinden reichen die institutionellen Angebote nicht aus, den Bedarf der Eltern zu decken. "Viele Mütter und Väter entscheiden sich aber auch bewusst für die familiennahe, individuelle Betreuung bei einer Tagespflegeperson", berichtet Leni Schütz. Die Forderung nach Planungssicherheit und attraktiveren finanziellen Rahmenbedingungen unterstreicht Frey und betont, dass die Fraktion der Grünen ein großes Interesse an einer Vielfalt im Bereich der Betreuung von Kindern hat.

Weiter berichten die Fachdienste von der guten Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Lörrach und begrüßen, dass der Landkreis über die Empfehlung des Kommunalverbands für Jugend und Soziales hinaus alle Tageskinder bis 14 Jahren mit 5,50 Euro pro Stunde fördert. Problematisch dagegen seien die unterschiedlichen kommunalen Strukturen im Kreis: Einige Kommunen fördern die Kindertagespflege finanziell, andere verweisen lediglich an den Landkreis. "Das schafft ein Ungleichgewicht, das sowohl für die Eltern als auch die betreuenden Tagespflegepersonen ungünstig ist", meint Hof.

Die Anforderungen an die Tagesmütter steigen, die Betreuung in Randzeiten oder Ferienbetreuung wird gewünscht, Flexibilität und Zuverlässigkeit vorausgesetzt. "Die Qualifizierung wurde in den letzten Jahren fortlaufend ausgebaut und erweitert, die laufende Geldleistung dagegen seit fünf Jahren nicht erhöht", so Verena Supper. "Das muss sich im Interesse der hoch motivierten Tagespflegepersonen dringend ändern."

Termin: Nächster Qualifizierungskurs für Tageseltern in Weil am Rhein ab Dienstag, 20. Februar, 19.30 Uhr. Rheinfelden ab Mittwoch, 2. Mai, 9 Uhr. Weitere Kurse im Jahr 2018 in Lörrach und Schopfheim. Informationen dazu geben die Fachdienste.