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07. Juli 2017

Unterstützung

Wie das Diakonische Werk im Landkreis Lörrach Flüchtlinge in Arbeit bringt

Im Projekt „Arbeit und Ausbildung für Flüchtlinge“ bemüht sich die Diakonie im Landkreis Lörrach, für geflüchtete Menschen eine berufliche Perspektive zu finden.

  1. Peter Schneider-Berg, Christina Hopfner, Stefanie Hägele, Marita Bonaventura (von links) Foto: Mink

LÖRRACH. Im Projekt "Arbeit und Ausbildung für Flüchtlinge" bemüht sich die Diakonie im Landkreis Lörrach, für geflüchtete Menschen eine berufliche Perspektive zu finden. Und das mit Erfolg: Von Mitte 2015 bis Ende 2016 wurden 54 Personen in eine Arbeit, elf weitere in eine Ausbildung gebracht. Weil der Bedarf steigt, wurde das Projekt nun um eine halbe Personalstelle aufgestockt.

Acht Träger zwischen Lörrach und Karlsruhe arbeiten an den Projekt zusammen, im Landkreis Lörrach ist die Diakonie dafür zuständig, wie Peter Schneider-Berg erklärt. Dabei spielt der Aufenthaltsstatus zunächst keine Rolle, lediglich ein Arbeitsmarktzugang muss vorliegen.

Die Diakonie bietet eine intensive und individuelle Begleitung an. Diese ist auch notwendig, denn die Aufgabe ist nicht einfach, wie Marita Bonaventura weiß, die für die praktische Umsetzung zuständig ist. Zwar bringen viele Flüchtlinge eine Berufsausbildung oder sogar ein Studium mit, aber meist werden die Bildungsabschlüsse hier nicht anerkannt, zudem fehlt es oft an der deutschen Sprache. Betreut werden zu einem großen Teil Geflüchtete aus afrikanischen Ländern, die über das Bundesamt für Migration und Flüchtlingen keine Sprachkurse bekommen. Andererseits gibt es Flüchtlinge, die im Heimatland nur die Grundschule oder eine Koranschule besucht haben. Dennoch konnten von 78 Teilnehmern 54 in eine Arbeitsstelle und elf in eine Ausbildung vermittelt werden. 17 haben ein Praktikum bekommen, andere wurden in Weiterbildungen gebracht. Die Diakonie bietet auch eigene Qualifizierungsmaßnahmen an, arbeitet aber eng mit Arbeitsagentur und Jobcenter zusammen. Speziell für geflüchtete Frauen gibt es nun Kurse, in denen sie Sprache, aber auch das Bildungs- und Rechtssystem in Deutschland kennenlernen. Unter anderem dafür ist Stefanie Hägele zuständig, die nun seit Mai für das Projekt tätig ist.

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Es geht darum, die Geflüchteten möglichst langfristig in Arbeitsstellen zu bringen. Dazu ist eine enge Begleitung der Flüchtlinge wie auch eine intensive Beratung der Betriebe nötig, berichtet Bonaventura. Viele Geflüchtete sind auch sehr motiviert. Auf der anderen Seite gibt es viele Betriebe, die händeringend Personal suchen. Ins Kfz- und Elektronik-Gewerbe wurden Flüchtlinge vermittelt, als Bäcker oder Produktionshelfer, am Wenigsten ins Baugewerbe, berichtet sie. Ein Problem ist das sehr restriktiv gewordene Asylsystem, sagt Stefanie Hägele. Ein abgelehnter Asylantrag bedeutet aber nicht automatisch die Abschiebung, es kann auch eine Ausbildungsduldung gewährt werden, erklärt Schneider-Berg. Das ist auch im Interesse der Arbeitgeber.

Autor: Thomas Loisl Mink