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27. Oktober 2012

Ihr Ziel: Teilhabe für alle

Nicole Stadler will für die Linke in den Bundestag / Partei will mit Anti-Spar-Politik punkten.

  1. Nicole Stadtler Foto: Gottstein

BAD SÄCKINGEN (mig). Nicole Stadler (53) tritt bei der Bundestagswahl 2013 als Direktkandidatin für die Linke im Wahlkreis Waldshut an. Am Donnerstagabend wurde die Augenoptikerin und Heilpraktikerin für Psychotherapie einstimmig und ohne Gegenkandidaten nominiert.

Nicole Stadler wuchs in Bad Säckingen auf. Sie hat wegen häufiger Umzüge keine Erfahrungen in der Kommunalpolitik gesammelt, sich aber stets ehrenamtlich im Sozialbereich engagiert. Ihre Erfahrungen als Mutter dreier Kinder und später als Managerin einer Patchworkfamilie bringt sie als Familienpatin ein. Seit drei Jahren lebt sie in Wallbach.

Aus Unmut über die bestehenden Verhältnisse trat sie vor zwei Jahren der Linkspartei bei, für die sie sich bereits als Ersatzkandidatin für die Landtagswahl 2011 aufstellen ließ. Ihr sei es wichtig, allen Menschen eine gerechte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen und die Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Sie fordert ein Ende der Niedriglöhne und der Benachteiligung von Frauen und Mädchen sowie eine kostenfreie Bildung von der Kinderbetreuung bis zum Studium. Auch eine umfassende Gesundheitsversorgung ohne Zwei-Klassen-Medizin, eine Existenz sichernde Rente für alle sowie ein soziokulturelles Existenzminimum (im Gegensatz zu Hartz IV) sind ihre zentrale Forderungen.

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Stadler spricht sich gegen das Pumpspeicherkraftwerk Atdorf aus und fordert, dass Energiespeicherung anders organisiert werden müsse. Sie unterstützt den Wunsch der Bevölkerung nach einer Verkehrsentlastung der Ortschaften durch die A98 und steht hinter den Initiativen, die gegen den Fluglärm kämpfen. Den Staatsvertrag mit der Schweiz lehnt sie ab. Dass der Freiburger Kreissprecher Dirk Spöri wegen einer Verzögerung bei der Bahn etwas zu spät kam, wertete der Kreisvorsitzende Paul Barrois als Zeichen, "dass wir in der Region beim Personennahverkehr benachteiligt sind – dafür hat die Bahn ein Milliardengrab in Stuttgart". Laut Spöri werde die Wirtschaftskrise bald auf Deutschland überschwappen, da die Politik des Bundes die Eurokrise verschärfe. Nur die Linkspartei, nicht aber die SPD, sei eine Alternative zur einseitig aufs Sparen fixierten Politik.

Nicole Stadler sagte, dass es genügend Reichtum in Deutschland gebe, "er ist nur ungerecht verteilt". Hans-Joachim Szmerlowski vom Kreisverband Lörrach forderte, dass jeder in die Rentenkasse einzahlen müsse. Paul Barrois wünscht sich mehr Mitglieder, damit die Linke bei Kommunalwahlen antreten könne "Früher wurden wir in den Dörfern als Altkommunisten beschimpft." Dies sei heute nicht mehr der Fall; Linke gälten immer noch als Exoten.

Autor: mig