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12. Mai 2010

Plan für Rettungshelikopter

Bereichsausschuss für Raum Waldshut-Tiengen stellt Anfrage beim Sozialministerium Stuttgart.

  1. Ein Hubschrauber vor dem Krankenhaus Waldshut. Der Rettungsdienst-Bereichsausschuss plädiert für die Einrichtung eines speziellen Notarzt-Helikopters für den Landkreis Waldshut. Foto: Huber

WALDSHUT-TIENGEN (rog). Im Raum Waldshut-Tiengen soll ein Rettungshubschrauber stationiert werden, um die Notarztversorgung im Kreis Waldshut zu verbessern. Dies schlägt der Bereichsausschuss vor, in dem Leistungs- und Kostenträger des Rettungsdienstes vertreten sind. Eine Anfrage beim Sozialministerium soll klären, ob und unter welchen Bedingungen ein Helikopterstützpunkt realisiert werden kann.

Wie beim allgemeinen Rettungsdienst gibt es bei auch beim Erreichen der notärztlichen Hilfsfristen im Landkreis Waldshut Defizite. Der Bereichsausschuss im Rettungsdienstgebiet Waldshut hat daher ein Gutachten in Auftrag gegeben, das Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen soll. Gemäß der Expertise könnte durch Einrichtung eines Notarzt-Hubschrauberstützpunkts die gesetzliche Vorgabe fast erreicht werden. Dem Rettungshubschrauber-Standort wären 2,25 Notarztstellen zugewiesen. Demgegenüber wären laut Gutachten mindestens 13,5 Stellen mehr erforderlich, um auf dem konventionellen, fahrzeuggestütztem Weg den gleichen Verbesserungseffekt zu erzielen.

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Einstimmig habe sich der Bereichsausschuss für die Einrichtung einer Notarzt-Rettungshubschrauberwache im Raum Waldshut-Tiengen ausgesprochen. Darüber informierte Peter Hofmeister aus Wehr, Vorsitzender des Gremiums und Leiter des Kreisverbands Bad Säckingen des Roten Kreuzes. Innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre, so die Vorstellung der Initiatoren, solle das Vorhaben realisiert werden.

Hofmeister: "Der Bereichsausschuss ist fest überzeugt, dass mit der Einrichtung eines Rettungshubschraubers im Bereich Waldshut-Tiengen dauerhaft die gesetzliche Hilfsfrist vom maximal 15 Minuten für Notärzte im gesamten Rettungsdienstbereich eingehalten werden kann."

Doch zunächst soll erst einmal sondiert werden, wie das baden-württembergische Sozialministerium zu dem Projekt steht. Ein Brief mit der Bitte um Stellungnahme ist bereits nach Stuttgart gegangen.

Bis der Notarzt-Hubschrauber eingeführt ist, sollen Verstärkungen beim Notarztdienst die Einsatzfristen verbessern.

Helikopter und Notarzt

Notarzt-Hubschrauber: Mit der Einrichtung eines Helikopter-Standorts im Raum Waldshut-Tiengen würde ein Spezialunternehmen wie beispielsweise die Deutsche Rettungsflugwacht als Betreiber verpflichtet. Der Helikopter hätte vom Grundsatz her ausschließlich eine Notarzt-Zubringerfunktion und würde den Rettungswagen nicht ersetzen. Zur Unterbringung von Fluggerät, Piloten und Notärzten müsste ein Stützpunkt errichtet werden. Wo genau der Standort wäre, ist gegenwärtig offen. Noch unklar ist im jetzigen Stadium auch, wer das Gebäude finanzieren würde. Üblicherweise ist bei einem solchen Projekt mit Landesmitteln zu rechnen. Die laufenden Kosten werden auf 1,5 Millionen Euro jährlich geschätzt. Finanziert würden sie wie beim normalen Notarzt- und Rettungsdienst durch die Krankenkassen.

Hilfsfrist: Bei Notarzteinsätzen gilt gesetzlich eine Hilfsfrist von maximal 15 Minuten. In 95 Prozent der Notfälle muss der Mediziner binnen dieses Zeitraums am Unfallort sein. Im Kreis Waldshut ist die Quote gegenwärtig um etwa zehn Prozent zu niedrig.  

Autor: rog

Autor: bz