KRITIK IN KÜRZE

Udo Andris

Von Udo Andris

Do, 17. Mai 2018

Rock & Pop

District Five im Freiburger White Rabbit

Nach wie vor ein idealer Brückenbauer zwischen den Stilen, ein gewandter Kundschafter und Vermittler, der jedwedes Lagerdenken, jeden Purismus und jede Abgrenzung zu überwinden vermag: Electric-Jazz verbindet in seinen besten Momenten nun einmal die Kommunikationskraft des Rock mit der Improvisationskultur, mit den rhythmischen und harmonischen Finessen des Jazz. Auch District Five, eine junge und vielversprechende Band aus Zürich, arbeiten an kreativen und zeitgemäßen Varianten des Fusion-Jazz. Die umfangreiche Tour, auf der die talentierten Twens ihr empfehlenswertes Debütalbum "Decoy" vorstellen, führte das Quartett nun auch in den Freiburger Club "White Rabbit". Innerhalb der Reihe "Blue Rabbit", die jeden zweiten und vierten Montag eines Monats dem Jazz und Blues gehört, überzeugen District Five mit einem rundum unverbrauchten und individuell geformten Sound. Xaver Rüegg (Kontrabass), Tapiva Svosve (Altsaxophon, Electronics), Vojko Huter (E-Gitarre, Electronics) und Paul Amereller (Drums) spielen eine neugierige und atemfrische Neo-Fusion, in der sie entrückte, lyrische und weichgezeichnete Regionen erkunden, Themen und Improvisationen aber auch in kompakt groovendes Gelände führen. Gelungen war es, wie diese virtuosen Instrumentalisten weite Räume öffnen, dann wieder Materie komprimieren. Einmal werden dann mit zwei neckisch-kleinen Synthesizern elektronische Fantasien erzeugt, was an die Avantgarde-Band Tortoise erinnern mag. Sicherlich lässt auch die Kenntnis der zeitgenössischen Pop- und Rockszene die Musik des District Five im klingenden Ergebnis so durchweg jung und klischeefrei klingen.