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17. August 2010
Recht einfach zu lernen
Plansprachen-Wissenschaftler treffen sich in Tübingen.
Auf der ganzen Welt beschäftigen sich Menschen mit Plansprachen. Nicht nur Außerirdische in Filmen sprechen so, sondern auch Menschen in Tübingen: Am Donnerstag kommen dort Plansprachler aus vielen Ländern zur Konferenz der deutschen Ido-Gesellschaft zusammen. Über Tage hinweg sprechen sie dann nur Ido, eine vereinfachte Weiterentwicklung der sehr viel bekannteren Kunstsprache Esperanto.
"Die Stärke einer Plansprache liegt in ihrer relativen Neutralität", sagt Detlev Blanke, emeritierter Dozent für Interlinguistik an der Humboldt-Universität Berlin und Vorsitzender der Gesellschaft für Interlinguistik. "Momentan gibt es aber kein starkes Bedürfnis nach einer Plansprache. Der politische Wille, eine einzuführen, fehlt."
Die große Stunde der Plansprachen könnte schlagen, wenn zum Beispiel China eine Alternative zu Englisch als Weltsprache sucht, hoffen die Ido-Anhänger. "Ich gehe davon aus, dass China in ein paar Jahren über eine Plansprache nachdenken wird", sagt Don Gasper aus Hongkong, der die drei großen Plansprachen Esperanto, Ido und Interlingua beherrscht. Blanke ist in diesem Punkt skeptischer: Ein Land allein könne eine Plansprache für seinen Außenhandel nicht durchsetzen. "Aber China kann natürlich einen Vorschlag einbringen und Unterstützer suchen." Ein Vorteil der Plansprachen: Sie sind einfach zu lernen, haben eine simple Grammatik. Der Wortschatz greift vor allem auf die weit verbreiteten romanischen Sprachen zurück.
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Beim Tübinger Kongress geht es auch um die Kinofans, die sich für Sprachen außerirdischer Lebewesen begeistern. Der neueste Clou ist die Sprache Na’vi, erfunden für den Film "Avatar". Im Internet fanden sich umgehend ein paar tausend Fans zusammen, die die Sprache der Lebewesen von Pandora lernen wollten. Klingonisch aus "Star Trek" hat ebenfalls Anhänger. Meist handelt es sich dabei jedoch um Sprachen, die nicht vollständig geplant – und damit unlernbar sind.
Autor: dpa
