Anschlussunterbringung

15 Wohnungen für 43 Flüchtlinge in Lahr

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Di, 31. Januar 2017 um 15:42 Uhr

Lahr

Für das städtische Konzept zur Anschlussunterbringung von Flüchtlingen gab’s im Gemeinderat Zustimmung. Auch der soziale Wohnungsbau rückt ins Blickfeld.

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montag dem Konzept zur Anschlussunterbringung von Flüchtlingen zugestimmt. Die Stadt plant für dieses Jahr mit 15 Wohnungen für 43 Menschen. Je nach Bedarf will sie Wohnungen für maximal zwei Jahre selbst anmieten. Die Lahrer Wohnbauunternehmen unterstützen diesen Plan (die Badische Zeitung hat im Vorfeld bereits ausführlich berichtet).

Die Stadträte waren sich einig, dass in Lahr gute Arbeit geleistet worden ist. In der Sitzung am Montagabend gab es Lob für Haupt- und Ehrenamtliche. Nach der Erstunterbringung übernehme die Stadt auch im nächsten Schritt Verantwortung, sagte Rudolf John (SPD). Ilona Rompel (CDU) war erfreut, dass sich die Zahl im mittleren zweistelligen Bereich eingependelt hat. Noch im Oktober war das Landratsamt von mehr als 100 Plätzen in der Anschlussunterbringung für Lahr ausgegangen. "Es ist wichtig, dass die Menschen dezentral in Wohnungen untergebracht werden", so Rompel. Für das Konzept gab es auch lobende Worte von Eberhard Roth (Freie Wähler): "Die Verwaltung hat konkrete Vorschläge erarbeitet."

Grünen-Stadträtin Dorothee Granderath war das Gespräch mit den Neubürgern wichtig: Warum wollen sie in Lahr bleiben? Wer ist hier bereits verwurzelt? "Wir prüfen jeden Einzelfall sehr gründlich", versicherte Lucia Vogt, Abteilungsleiterin Öffentliche Sicherheit und Ordnung. Jörg Uffelmann (FDP) rückte vor dem Hintergrund der Anschlussunterbringung den Sozialen Wohnungsbau in den Blickpunkt: "Es ist wichtig, dass die Kommunen sich auf diesem Gebiet engagieren."

In Kürze soll es konkrete Vorschläge geben. "Im ersten Halbjahr wollen wir in die Diskussion einsteigen", so Bürgermeister Guido Schöneboom. Er hatte bereits eine Vorlage für den Gemeinderat angekündigt. In Zusammenarbeit mit der Städtischen Wohnbau könnte es ein Projekt des sozialen Wohnungsbaus geben. In diesem Rahmen ist in geringem Umfang auch Wohnraum für Flüchtlinge vorgesehen. Der überwiegende Bedarf soll am Wohnungsmarkt gedeckt werden.

"Sozialer Wohnungsbau ist dringend notwendig", untermauerte Linken-Stadtrat Lukas Oßwald seine Forderung am Montagabend. Durch die Anschlussunterbringung verschärfe sich die Situation auf dem Lahrer Wohnungsmarkt weiter. Das wollte Schöneboom nicht unkommentiert stehen lassen: "Bei 0,5 Prozent des Wohnungsbestands der Unternehmen kann man nicht von einer Verschärfung sprechen."