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13. September 2017

Kandidatencheck

Alexander Kauz (Die Linke) im Wahlkreis 283 Lahr-Emmendingen

Die Linken seien seine politische Heimat, sagt Alexander Kauz aus Waldkirch. Nachdem er die bei den Grünen nicht mehr fand, entschied er sich zu wechseln, um sich gegen Armut, für gute Löhne und sozial verträgliche Ökologiepolitik einzusetzen.

  1. Foto: Christoph Breithaupt

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"Was ich im Sinn habe..."

"... sind Bildungsgerechtigkeit. Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein. Menschen, die in der Pflege arbeiten, sollen besser anerkannt werden und es sollte in diesem Bereich die Personaldecke spürbar verbessert werden."  

Autor: ude

"Was ich anpacken will..."

"Mir ist wichtig, dass die soziale Schieflage gerade gerückt wird. In so einem reichen Land wie Deutschland darf es keine Armut geben. Als Gewerkschafter will ich dazu beitragen, dass wir gute Arbeit schaffen, das heißt, gute Löhne nach Tarif, keine Leiharbeit und die Abschaffung der grundlosen Befristung. Ich will mich für massive Abrüstung einsetzen mit der globalen Gerechtigkeit im Blick.  

Autor: ude

"Mein Herz schlägt für..."

"... die politische Sache. Mein Herz schlägt auch für die Natur. Ich bin sehr viel draußen, vor allem beim Skitourengehen, weil ich da den Kopf freibekomme. Da sehe ich dann den Klimawandel, wenn Gletscher erschreckend weit abgeschmolzen sind – von daher schlägt mein Herz auch fürs Klima."  

Autor: ude

"An die Nieren geht mir..."

"... dass Menschen, die im Arbeitsprozess sind, sich in einem immer schnelleren Hamsterrad drehen. Dass täglich Hunderte von Menschen auf der Flucht im Meer ihr Leben lassen und die Politik redet nicht darüber, wie man sie retten, sondern wie man sie in Afrika halten kann. Und als Drittes geht mir das dumme Geblase eines Präsidenten Trump und eines Kim Jong-un an die Nieren, die – zumindest geistig – einen Weltenbrand denken."  

Autor: ude

Drei Ziele...

... für meinen Wahlkreis

» Sozialen Wohnungsbau stark ausweiten. Daran fehlt es uns!
Verkehrsinfrastruktur ausbauen, also das Bus- und Bahnnetz. Die Schweiz ist hier Vorbild: Sie sieht die gute Vernetzung als Daseinsvorsorge. Deutschland sieht das unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit.
» Die Integration und das Zusammenleben mit Flüchtlingen ernsthaft fortführen. Ziel ist, sie nicht als Bedrohung, sondern als Mitmenschen zu sehen.

... für die Bundespolitik

Die gesetzliche Rentenversicherung soll ihren Namen wieder verdienen. Sie soll zur Bürgerversicherung umgebaut werden, in die alle einzahlen, so dass man wieder von der Rente leben kann.

» Deutschland soll abrüsten und sich nicht weiter in kriegerisch-militärische Abenteuer begeben.
Alle Anstrengungen sollen unternommen werden, eine soziale Energiewende voranzutreiben.  

Autor: ude

"Beweglichkeit in der Politik..."

"Für mich ist ganz wichtig, dass Politik auch mal träumen darf, dass sie auch mal um die Ecke denken darf und dass wir Politiker Visionen denken dürfen und uns nicht im Kleinklein verlieren."  

Autor: ude

"Mein weiterer Weg führt mich..."

"... angesichts meines Listenplatzes realistischerweise zurück an meinen Arbeitsplatz, wo ich hoffentlich noch die nächsten fünf Jahre bis zur Rente noch arbeiten kann. Daneben hoffe ich, die Kraft zu haben, mich weiter in der Partei der Linken zu engagieren. Mit meinen Parteiämtern werde ich auf jeden Fall weitermachen, wenn ich wiedergewählt werde."  

Autor: ude

ZUR PERSON: Alexander Kauz

Der 58-jährige wuchs in Sexau und Denzlingen auf und ist Sohn eines der letzten Stumpenfabrikanten in der Region. 1989 wurde die Fabrik in Denzlingen aufgegeben. Er lebt in Waldkirch, seit 22 Jahren in fester Partnerschaft, und ist Vater eines Sohnes.

Geboren: 29. September 1958 in Freiburg
Wohnort: Waldkirch
Beruf: Konstrukteur und Betriebsratsvorsitzender

Karriere: Nach dem Studium vier Jahre in der Stumpenfabrik. Danach in verschiedenen Unternehmen. Seit 1999 beim Elektronikkonzern Delta Energy Systems als Konstrukteur, seit 2012 auch Betriebsratsvorsitzender
Ausbildung: Maschinenbaustudium in Konstanz

Parteimitglied seit 2005

http://www.die-linke-emmendingen.de  

Autor: ude

NACHGEHAKT: Info

Bei den Grünen war er ein Linker

Alexander Kauz ist ein durch und durch politischer Mensch. Schon als Schüler ist ihm in der Stumpenfabrik seines Vaters der Unterschied zwischen Unternehmer- und Arbeiterinteressen klar geworden. Später haben ihn der Einzug der NPD in den baden-württembergischen Landtag, die Diskussion über die Notstandsgesetze, der Nato-Doppelbeschluss und der Widerstand gegen das geplante Kernkraftwerk Wyhl stark politisch bewegt. In dieser Zeit begeisterten ihn die noch jungen Grünen. Er trat ein – und brach 1999 mit der Partei, als die Rot-Grüne Bundesregierung unter SPD-Kanzler Gerhard Schröder an der Macht war. Kauz legte eine Parteipause ein, konnte aber nicht davon lassen. 2005 trat er in die damalige PDS ein und half mit, die Linken in der Region aufzubauen. Seither ist er im Kreisverband Emmendingen aktiv, seit Juni 2016 gehört er dem erweiterten Landesvorstand an. Den Landesverband vertritt er seit vier Jahren als Delegierter im Bundesausschuss. Ist er nun ein grüner Linker oder eher ein linker Grüner? "Bei den Grünen war ich ein Linker", räumt Kauz ein. Bei den Linken sieht er sich keinem Flügel zugeordnet. Das Thema Ökologie stuft er als wichtig ein, allerdings verknüpft mit der sozialen Frage, betont er. Dass seine Chancen auf ein Mandat auf Platz 10 der Landesliste gering sind, stört ihn nicht im Geringsten. Er kämpfe nicht nur für sich, sondern auch für eine starke Linke. An den Machtwechsel will er nach wie vor glauben – oder daran, dass die Linke die stärkste Oppositionspartei wird. Er selbst werde nach der Wahl vermutlich weiterhin in dem Teninger Elektronikbetrieb arbeiten, in dem er als Konstrukteur beschäftigt ist, meint er. Seit fünf Jahren ist er dort Vorsitzender des Betriebsrats. Er macht das aus der Überzeugung eines Gewerkschafters. Seit vielen Jahren ist Kauz Mitglied der IG Metall und Vorsitzender des DGB-Ortsverbandes Waldkirch-Elztal und Umgebung. Abschalten kann der sportliche Mann mit dem festen Händedruck und einer Vorliebe für Pünktlichkeit in der Natur. Das spiegelt sich in einem weiteren Engagement wider. Kauz war Ideengeber für das Naturparkprojekt "Kandel, Berg der Kräfte", das antrat, den Berg attraktiver zu machen. Also doch ein Grüner? Kauz betont: "Bei den Linken finde ich alles abgedeckt, was mir wichtig ist."  

Autor: ude

Autor: Ulrike Derndinger