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15. Juni 2013

Das Veggie-Projekt macht Fortschritte

Vier Lahrer Schulen und die Stadtverwaltung machen schon mit.

  1. Fleischlos, aber lecker Foto: dpa

LAHR (wob). Fleischlos und trotzdem lecker wird einmal in der Woche in vier Lahrer Schulen gegessen. Über dieses Projekt mit dem Motto "Lahr ist Veggie – wir sind dabei" hat Gerhard Siefert von der Ortsgruppe Lahr des Naturschutzbundes (Nabu) am Mittwoch im Ausschuss für Soziales, Schulen und Sport berichtet.

Der Veggie-Projektleiter machte dabei klar, dass dieser fleisch- und fischlose Tag einmal in der Woche keine Lahrer Erfindung sei. Bereits über 30 Städte beteiligten sich bundesweit an einem Veggietag beteiligen. Siefert nannte die Gründe, die einen solchen Tag seiner Meinung nach notwendig machen: Die reichen vom Klimaschutz und der Ökologie über die Gesundheit bis zum Tierschutz, dazu zählt auch das vegetarische Essen als Genussfaktor.

Der Grundschullehrer und überzeugte Naturschützer in Diensten des Nabu beschrieb ausführlich den verhängnisvollen Kreislauf, der durch Massentierhaltung, übermäßigen Fleischkonsum und Hunger in der Welt losgetreten worden sei. Die Folge: "Vegetarier liegen im Trend, täglich werden es mehr", bemühte Siefert die Statistik.

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Der Veggietag an den Lahrer Pilotschulen habe bereits seine Wirkung gezeigt, sagte der Naturschützer. So seien bereits einige Restaurants in Lahr und Umgebung dem Beispiel der Schulen gefolgt und hätten ebenfalls einen Veggietag eingeführt. "Hierbei ist die Fantasie der Köche gefragt", so Siefert. Bei den öffentliche Einrichtungen hätten sich die Mediathek und die Volkshochschule mit vegetarischen Kochkursen und thematischen Buchpräsentationen dem Projekt angeschlossen.

Dass jeder Bundesbürger im Schnitt mehr als 1,2 Kilogramm Fleisch pro Woche – und damit zu viel – esse, sei alles andere als gesund, so der Sprecher der Veggietag-Aktion. Die Ausschuss-Mitglieder nahmen zur Kenntnis, dass deshalb auch neben weiteren Schulen die Senioren- und Pflegeheime ins "Veggie-Boot" geholt werden sollen. Außerdem will das Veggie-Bündnis Firmen ansprechen, einmal pro Woche einen fleischlosen Tag in den Kantinen anzubieten. Siefert: "Veggie heißt auch Genuss", machte der Nabu-Vertreter Werbung für fleischlose Gerichte am Veggietag.

"Das ist ein guter Anfang", lobte Bürgermeister Guido Schöneboom den Einstieg in das Veggie-Projekt. Dorothea Granderath wünschte sich bei den Kochkursen in den Schulen eine stärkere Ausrichtung auf "Veggie". Walter Caroli sah im Veggietag eine Rückbesinnung auf andere Lebewesen. Dass die Vegetarier auf dem Vormarsch sind, freute Claus Vollmer. Er sprach der Verwaltung den Dank für ihre Beteiligung am Projekt aus. "Das wird aber ein langer Prozess", warnte er vor zu schnellen Erfolgsmeldungen.

Autor: wob