Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

13. September 2017 19:59 Uhr

Gelände der ehemaligen Ölfabrik

Die Stadt drückt aufs Tempo

Es tut sich was auf dem Gelände der ehemaligen Ölfabrik Schmidt: Am Mittwoch, 20. September, befasst sich der Technische Ausschuss mit dem Vorentwurf zum Bebauungsplan. Im ersten Halbjahr 2018 könnten die Bagger rollen.

  1. So sieht es derzeit auf dem Gelände der früheren Ölfabrik aus. Foto: Christoph Breithaupt

Nach langwierigen Verhandlungen zwischen dem bisherigen Eigentümer Hans-Heinrich Schmidt und mehreren Interessenten hat die Lahrer Firma Eichner-Bau den Kaufvertrag des gut 6500 Quadratmeter großen Areals am 1. September unterzeichnet (die BZ berichtete).

Da in der Stadt dringend neue Betreuungsplätze für Kinder gebraucht werden, will die Verwaltung bei der Umsetzung des Bauvorhabens aufs Gaspedal drücken: Nach der frühzeitigen Beteiligung im Oktober und der Offenlage Anfang kommenden Jahres könnten die Bauarbeiten im ersten Halbjahr 2018 beginnen.

Bebauungsplan soll im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden

Der Bebauungsplan soll laut Sitzungsvorlage im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden. Möglich ist das, weil das Planungsgebiet deutlich kleiner als 20 000 Quadratmeter ist. Dennoch soll sich die Öffentlichkeit zu dem Bauvorhaben äußern können. Anders als bei der Aufstellung von Bebauungsplänen im regulären Verfahren wird die Beteiligung auf Grundlage eines Grobkonzepts erfolgen, das nur die wichtigen Aussagen zu Anordnung der Gebäude, Nutzung, Geschossen oder Parkmöglichkeiten beinhaltet. Weiter soll es einen städtebaulichen Vertrag zwischen Stadt und Investor sowie ein Lärmgutachten geben. Zudem muss der Anteil an Sozialwohnungen festgelegt werden.

Werbung


Geschlossene Bebauung entlang der Geroldsecker Vorstadt und der Willy-Brandt-Straße

Nach dem ersten Entwurf ist entlang der Geroldsecker Vorstadt und der Willy-Brandt-Straße eine weitgehend geschlossene Bebauung vorgesehen. Grund dafür ist laut Verwaltung der Lärmschutz. Im Innenbereich sollen zwei einzelne Häuser gebaut werden. Bei dem etwa 90 Meter langen Bau entlang der Geroldsecker Vorstadt sollen drei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss zulässig sein. Die Zwischenbauten sollen dagegen ein Stockwerk niedriger sein und kein Dachgeschoss haben.Das gilt laut Stadtverwaltung auch für die Gebäude entlang der Willy-Brandt-Straße. Die freistehenden Häuser können mit drei Vollgeschossen ausgeführt werden. In den Gebäuden im Nordosten und Süden sollen in 50 Wohnungen künftig etwa 100 Menschen leben.

Längsparkplätze sind entlang der Bundesstraße vorgesehen, in der Willy-Brandt-Straße sollen Eltern halten können, die ihre Kinder in die Betreuungseinrichtungen bringen oder von dort abholen. Für die Bewohner wird es eine Tiefgarage geben. Die Innenhöfe sollen autofrei bleiben und begrünt, das Ufer des Gewerbekanals aufgewertet werden.

Zum Geltungsbereich des Planungsgebiets gehört auch das gut 4500 Quadratmeter große Grundstück westlich der Willy-Brandt-Straße, auf dem sich der Aldi-Markt befindet. Das Areal soll auf nicht-großflächigen Einzelhandel mit einer Verkaufsfläche bis 800 Quadratmeter beschränkt werden. Seit 1795 produziert die Ölfabrik Schmidt am Standort Lahr Speiseöle. Bis 1976 wurde in dem Industriebau Öl hergestellt. Im Juli 2015 wurden die 18 historischen Gebäude und zwei Kamine abgerissen. Heute ist der Hauptsitz der Firma im Industriegebiet West. Die alte Fabrikanlage wurde in den 1890er Jahren errichtet und hieß zunächst "Malz-Fabrik Max Schnitzler". Später zog dort das Familienunternehmen Schmidt ein. Der Vater des heutigen Firmenchefs Hans-Heinrich Schmidt übernahm die Firma nach der Kriegsgefangenschaft 1946.

Autor: Karl Kovacs