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29. Mai 2009

Einfach sitzen lassen

Vermeintlich verlassene Jungvögel retten zu wollen, ist ihr Todesurteil, sagt der Naturschutzbund.

LAHR (BZ). Jetzt und in den nächsten Wochen verlassen die Jungvögel ihre Nester, und man kann sie am Weg, im Park und im Garten finden. Manch mitleidiger Mensch möchte den anscheinend verlassenen, kleinen Vogel "retten" und hebt ihn auf, versucht ihn zu füttern oder gibt ihn beim Naturschutzbund (Nabu) oder im Tierheim ab: Dies ist fast immer das sichere Todesurteil für den Kleinen.

Die richtige Hilfe sei, ihn einfach sitzen zu lassen oder, wenn er sich auf einem stark begangenen Weg oder einer Straße befindet, ihn wenige Meter weiter ins schützende Gras zu setzen, so der Nabu in einer Pressemitteilung. Die scheinbar elternlosen Vögelchen seien nicht verlassen, sondern würden normalerweise von den Eltern einzeln am Boden versteckt und dort gefüttert. Sie haben keinen Geruch an sich, und wenn eine Katze vorbeikommt, bleiben sie regungslos, fast unsichtbar sitzen. So ist die Chance, dass möglichst viele Jungvögel durchkommen, am größten, wenn der Mensch nicht aus falsch verstandenem Mitleid eingreift.

Auch kleine Eulen, Käuze und ähnliche Arten, die aus dem Nest gefallen sind, soll der Mensch sitzen lassen oder höchstens zwei Meter höher in ein Gebüsch befördern. Bei ihnen erfolgt eine Fütterung durch die Eltern in der Nacht, tagsüber schlafen die Eltern. Niemand solle sich sorgen, wenn keine Elternvögel zu sehen seien, die sich um den Kleinen kümmern, so der Nabu.

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Ganz besonders wichtig sei es, beim Spaziergang Hunde an die Leinen zu nehmen, damit sie keine Jungvögel aufspüren. Wenn doch, sollte man den kleinen Vogel einfach einige Meter weiter in ein neues Versteck setzen. Niemand müsse befürchten, dass die Altvögel danach ihr Kind nicht mehr annehmen, da Vögel keinen Geruchssinn haben.

Wenn ein Kind einen Jungvogel mit nach Hause bringe, rät der Nabu dazu, ihn an den Ort zurückzubringen, wo er gefunden wurde.

Autor: bz