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13. Oktober 2017 16:02 Uhr

Baubeginn im Frühjahr geplant

Hotelprojekt am Friedrich-Ebert-Platz soll 30 Millionen Euro kosten

30 Millionen Euro, 60 feste Mitarbeiter, 4 Sterne Superior. Die Eckdaten für das Lahrer Hotel stehen, genau wie das Team, dem bekannte Namen angehören. Die Betreiberfrage wird bald geklärt.

  1. So soll das neue Hotel aussehen. Foto: Archimedialab Ltd.

  2. Architekt Bernd Lederle (vorn rechts) und Matthias Kappis (links) sind Teil des Teams. Foto: Mark Alexander

Es sind imposante Bilder, die Architekt Bernd Lederle am Donnerstag an die Wand wirft. Sie zeigen den Neubau am Friedrich-Ebert-Platz, zwei moderne Gebäude mit 16 und 25 Metern Höhe, 130 Zimmer, Restaurant, Konferenzbereich, Ballsaal, Dachgarten und -bar, Pool und Wellnessbereich sowie Tiefgarage. In den Räumen am Hohbergweg, wo früher die Akad beheimatet war, trifft sich das Team, das diese Vision umsetzen will.

Neben dem Stuttgarter Architekten, der auch Büros in Hongkong und China betreibt, ist Tobias Fiedler von Transsolar Energietechnik darunter. Das Stuttgarter Büro hat unter anderem die Hamburger Elbphilharmonie im Portfolio. Für die Statik zeichnet Weischede, Herrmann und Partner verantwortlich. Das Stuttgarter Büro kann beispielsweise auf den Roche-Turm in Basel verweisen. "Wir haben ein Team zusammengestellt, das internationales Format hat", sagt Lederle. Mit dem Lahrer Hotel werde die höchste Zertifizierung für nachhaltiges Bauen angestrebt.

In der Betreiberfrage werden die Karten neu gemischt

Die Mannschaft für das ambitionierte Projekt steht somit fest, die Eckdaten ebenfalls. "Wir planen mit einem Projektvolumen von 30 Millionen Euro", sagt Armin Bleicher von Emely. Davon entfielen 18 Millionen Euro auf den Rohbau, sieben Millionen Euro auf den technischen Ausbau. Auch der Kaufpreis für das 5140 Quadratmeter große Grundstück sei inbegriffen. Die Bauherren gehen von 60 festangestellten Mitarbeitern im Neubau aus, weitere 60 könnten notwendig sein, um das gesamte Projekt umzusetzen.

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Wer das Hotel betreiben wird, ist noch nicht entschieden. Im März war der Name der Brendal Betriebs- und Entwicklungs GmbH gefallen. Diese betreibt ein Hotel, das an das Neckar Forum in Esslingen angegliedert ist. "Die Karten werden neu gemischt", sagt Bleicher zum aktuellen Stand. Es gebe mehrere Anfragen, drei bis vier Interessenten seien in der engeren Auswahl. "Ein Vorvertrag liegt auf dem Tisch, bis Ende des Jahres wird dann der Hauptvertrag unterzeichnet", sagt Bleicher, der mit einer Entscheidung innerhalb der nächsten vier Wochen rechnet. Die Bauherren streben eine Unterkunft für hohe Ansprüche an, ein Hotel der Kategorie "Vier Sterne Superior". Soll heißen: Die Anforderungen eines Vier-Sterne-Hotels würden deutlich übertroffen, die für fünf Sterne nicht ganz erfüllt.

"Wir haben ein Team
zusammengestellt, das
internationales Format hat."

Architekt Bernd Lederle
Am Donnerstag hat das Team die künftige Baustelle zwischen MDK und Arena besichtigt. Wann könnte es dort losgehen? "Bis Jahresende wollen wir den Bauantrag einreichen", sagt Projektleiter Bleicher. Zuletzt hätten sich nur kleine Änderungen an der Planung ergeben. So komme beispielsweise eine Fluchttreppe hinzu, um neuen gesetzlichen Verordnungen gerecht zu werden, ein neuer Aufzug werde eingeplant, Ein- und Ausfahrt zur Tiefgarage verändert. Wenn die Baugenehmigung vorliegt, soll es auf dem ehemaligen Areal der Deutschen Bahn an die Altlastenbeseitigung gehen. Dafür plant Emely etwa zwei Monate ein. Läuft alles glatt, könnte demnach im Frühjahr nächsten Jahres mit dem Hotelbau begonnen werden. "Vorher müssen wir aber noch einige baurechtliche Dinge mit der Stadt abklären", sagt Bleicher.

Laut Stadt gibt sind noch viele Fragen zu klären

Die Stellungnahme der Stadt klingt etwas weniger optimistisch: "Grundsätzlich liegen noch keinerlei Antragsunterlagen vor", heißt es aus dem Rathaus auf Anfrage der Badischen Zeitung. Im Vorfeld des Baus müssten noch viele Dinge geklärt werden. Angesichts eines so komplexen Projekts empfehle die Verwaltung dringend, die städtische Bauberatung in Anspruch zu nehmen, bevor die Unterlagen eingereicht werden.

Im März war Bürgermeister Tilman Petters noch davon ausgegangen, dass der Bauantrag kurzfristig eingereicht werde. Auch der Rahmenvertrag mit der Stadt sei derzeit noch nicht unterschriftsreif. Dieser soll auch ein Zeitfenster für den Bau enthalten. Entscheidend für die Stadt sei hierbei ein verbindlicher Vertrag mit einem Betreiber, der sich über eine Mindestlaufzeit verpflichtet, ein Hotel wie vorgestellt zu betreiben, so Petters.

Projektleiter Bleicher bittet um Verständnis: Bei einem Projekt dieser Größenordnung sei es wichtig, im Vorfeld jedes Detail genau zu klären. Dass die internen Prüfungen etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen könnten als geplant, sei kein Grund zur Sorge.

Der Technische Ausschuss hatte das Projekt im März grundsätzlich befürwortet, vereinzelt gab es auch Gegenstimmen. Kritik wurde in erster Linie an der Größe des Projekts laut. Petters sieht das anders: "Die Stadt geht schon seit längerer Zeit davon aus, dass zusätzliche Hotelkapazitäten auf dem Markt in Lahr fehlen." Dies werde durch verschiedene Gutachter bestätigt, auch mit Blick auf den geplanten Qualitätsstandard. "Wir erwarten von dem Projekt nach Umsetzung positive Impulse für den Markt in Lahr und besonders in Bezug auf den Tourismus und Gästeverkehr", meint der Bürgermeister.

Weitere Informationen unter http://emely-bau.de

Autor: Mark Alexander