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25. April 2016

In der heiteren Welt der Artisten

Der Musikverein Reichenbach hat beim Frühjahrskonzert einen Zirkus in die Geroldseckerhalle gezaubert und das Publikum begeistert.

  1. Ein Konzert mit artistischen Darbietungen Foto: Wolfgang Künstle

LAHR-REICHENBACH. Manege frei für die Artisten des Musikvereins Reichenbach und ihren Dirigenten Christian Warth. Sie haben das Publikum mit einem zweieinhalbstündigen circensischen Programm begeistert.

Die Geroldseckerhalle war nicht mehr wiederzuerkennen. Lichterketten unter dem Zirkusdach, ein Streichelzoo mit ausgestopften Affen und Giraffen neben dem Manegen-Rund, der – mit Purpur-Samt ausgelegt – die musikalische Arena andeutete, in der das 45-köpfige Blasmusik-Orchester für den großen Zirkusauftritt Platz genommen hatte. Die Glitzerwelt aus Artisten, Clowns und Musikern im gleißenden Scheinwerferlicht war bestens in Szene gesetzt. Dazwischen hübsche Holzpferdchen, die von der Fasentzunft stammen und dem früheren Elferrat als Umzugswagen dienten. Gut besetzt auch die Ehrenloge im Zirkusrund mit Vertretern aus Kommunalpolitik und örtlichen Vereinen.

Vorhang auf mit Trommelwirbel für ein zweieinhalbstündiges Zirkusprogramm der Spitzenklasse, souverän präsentiert vom musikalischen Zirkusleiter Christian Warth. Emerich Kalmans Operette "Die Zirkusprinzessin" tauchte nach dem Einzug der Gladiatoren auf, der Klassiker schlechthin aus der Zirkuswelt. Direktorin Andrea Hierlinger in Frack und schwarzem Zylinderhut hatte bei der Begrüßung des Publikums nicht zu viel versprochen. Sie tauchte mit Musikverein und Publikum in eine heitere Welt der Fantasie, der Gaukler, Zauberer und Artisten ein. Staunen, Lachen und unbeschwerte Unterhaltung bestimmten das flotte Programm, das vom Dirigenten treffsicher ausgesucht und von den 45 Musikerinnen und Musikern in der Manege bestens umgesetzt worden war.

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Die musikalische Kommödie "O mein Papa" des Komponisten Paul Burkhard rührte dann zu Tränen. Den Solopart an der Trompete spielte gekonnt Clemens Tränkle. Wo Straßenkünstler auftreten, Feuerspucker und viel Melancholie in Szene gesetzt werden, ist der Komponist Nino Rota und "La Strada" nicht weit. Die Akteure aus der Zirkuswelt dankten dem Ehrenvorsitzenden Jonny Stapf für die Notenspende zu "La Strada". Mit bekannten Titeln wie "Erinnerung an Zirkus Renz" nahm das Orchester richtig Fahrt auf. Mit ihm auch der Jüngste unter den Solisten: Adrian Gehringer. Er lieferte einen gekonnten Bravourritt auf dem Xylophon. Ganz im Stile von Zirkus Renz.

Mit dem "Zauberer von Oz" setzte das Blasorchester dann sein Programm unter der Zirkuskuppel fort. Harald Arlen hatte das musikalische Märchen- und Zauberland von Oz komponiert, in dem übernatürliche Kräfte ebenso wie ausgefallene Wünsche eine Rolle spielten. Jede Menge Phantasiegestalten bestimmten die musikalische Handlung. Bernd Hierlinger steuerte mit der Tuba aufregende Klangerlebnisse bei, die Flöten im Orchester die sphärischen Momente. Mystisch und mysteriös ging‘s weiter mit dem "Cirque du soleil", dem weltberühmten kanadischen Zirkus unter der Sonne. Zum gekonnten und fein abgestimmten Zusammenspiel der Blasmusiker zeigte Jan Fleig aus Heiligenzell in der Manage, dass er die Diabolo-Jonglier-Kunst weltmeisterlich beherrscht.

Während das Orchester mit Henry Mancinis Magic-Show zur Höchstform auflief und dabei zwei Akteure sich an Trompete und Saxophon ein musikalisches Duell lieferten, ließ es das Orchester im "Tiger Rag" nochmals richtig krachen. Erst nach drei Zugaben entließ das Publikum das Blasorchester aus der Zirkusmanege, um sich dann selbst in die anschließende Party zu stürzen.

Autor: Wolfgang Beck