Klage über lange Asylverfahren

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 16. Januar 2019

Lahr

Fechner bei der Diakonie.

LAHR (BZ). Die Integration von Flüchtlingen ist in Lahr auf einem guten Weg, berichtete Annedore Braun, Dienststellenleiterin der Diakonie in Lahr, dem SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner bei dessen Besuch beim Jugendmigrationsdienst. Aus Sicht der Diakonie seien 80 Prozent der Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeit vermittelbar, so Braun. Das gelte es immer wieder Skeptikern entgegenzuhalten. Für die Minderheit, die beim Schritt in Arbeit oder Ausbildung Probleme haben, forderte Braun schnellere Arbeitserlaubnisse oder psychologische Traumaberatung.

Fechner bezeichnete es als töricht, angesichts des Fachkräftemangels fleißige Menschen aus anderen Ländern zurückzuschicken, wenn diese in Deutschland Arbeit gefunden hätten und sich integrierten. "Zugleich", so Fechner, "muss härter gegen diejenigen vorgegangen werden, die ihr Aufenthaltsrecht missbrauchen und Straftaten begehen." Dazu gehöre eine verbesserte Abschiebepraxis. Probleme gebe es laut Braun auch bei Eheschließungen in Deutschland, weil nicht alle Migranten gültige Geburtsurkunden hätten und diese schwer zu beschaffen seien. Sie beklagte auch die langen Asylverfahren. Wenn selbst nach drei Jahren noch keine Anhörung eines Asylsuchenden stattgefunden habe, sei dies für alle Seiten unzumutbar. Mit mehr Personal bei den zuständigen Behörden wolle das Bundesinnenministerium hier rasch Abhilfe schaffen, so Fechner.