Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

15. Februar 2012

Klinikum steht wirtschaftlich gut da

Verwaltungsdirektor überrascht Mitglieder des Freundeskreises mit interessanten Zahlen.

  1. Das Klinikum Lahr-Ettenheim glänzt im Land mit den geringsten Ausgaben im Gesundheitswesen, sagt der Verwaltungsdirektor. Foto: Archiv: Künstle

LAHR (wob). Von welchen Faktoren es abhängt, ob ein Krankenhaus wirtschaftlich arbeitet oder nicht, darüber informierte der Verwaltungsdirektor des Klinikums Lahr-Ettenheim, Peter Kirsch, den Freundeskreis des Hauses am Montag.

Die gute Nachricht vorneweg: "Seit 1998 macht das Lahrer Klinikum jährlich einen Gewinn", so der Verwaltungsdirektor. Er rechnete den Mitgliedern des Freundeskreises vor, dass das Haus bei einer Umsatzrendite von 0,6 Prozent liege. "Darauf können wir alle stolz sein", sagte Kirsch auch im Beisein zahlreicher Ärzte. Auf das Jahr 2010 bezogen, nannte der Verwaltungsdirektor einen Gewinn von 440 000 Euro, der wieder in das Krankenhaus investiert worden sei.

Am Beispiel von Kliniken im Lande ließ Kirsch die Mitglieder in das komplizierte Zahlenwerk des Krankenhaus-Finanzierungsgesetzes blicken, das einem Buch mit sieben Siegeln gleichkomme und viele bürokratische Hürden bereithalte. Besonders spannend ist für den Verwaltungsfachmann das Wechselspiel der dualen Finanzierung. Dabei teilten sich die Steuerzahler im Lande und die Beitragszahler der Krankenkassen die Kosten für stationäre und ambulante Behandlungen. In Lahr sei nicht zu befürchten, dass Krankenhausbetten eingespart werden müssten, blickte Kirsch in die Zukunft.

Werbung


Er nannte die Zahl von 486 Planbetten im Klinikum. Entsprechend einer vorgegebenen ärztlich-ökonomischen Patientenklassifizierung (DRG’s) würde abgerechnet werden. Zur Anwendung kämen Fallpauschalen, bei denen das Prinzip gelte: zuerst die Leistung, dann das Geld. Unter rund 1200 unterschiedlichen Fallbeispielen müsse in der Verwaltung unterschieden werden, sagte Kirsch.

Am Beispiel des vor einem Jahr in Betrieb genommenen OP-Saals im Klinikum habe das Land rund 13 Millionen Euro an Einzelförderung investiert. Neben Einzelförderungen für das Krankenhaus unterschied der Verwaltungsexperte die Pauschalförderungen. Hier seien 1,4 Millionen Euro jährlich für Einrichtungen und Ausstattungen geflossen, sagte Kirsch.

Für die stationäre Behandlung eines Patienten würden am Tag 3681 Euro berechnet werden. Liege der Patient länger als es die Fallpauschale vorsehe, seien nur 2738 Euro pro Tag vom Gesetzgeber zu erwarten. Mit Blick in die Zukunft seien in der Krankenhausfinanzierung statt einer dualen Finanzierung monistische Abrechnungen zu erwarten. "Wenn das einmal kommt", so Kirsch, "dann fehlen uns im Jahr bei angenommen 20 000 Pauschalfällen rund zwei Millionen Euro."

Mitglieder des Freundeskreises schlossen nicht aus, dass in diesem Fall die Krankenhauskosten steigen werden. Noch sei es nicht soweit, tröstete Kirsch die Klinikfreunde. Das Klinikum Lahr-Ettenheim glänze im Lande bisher mit den geringsten Ausgaben im Gesundheitswesen. Kirsch: "In unserer Region lebt man am gesündesten und am längsten." Bei dieser positiven Botschaft ließ es sich der Freundeskreis nach dem Kurzreferat von Kirsch im Foyer des Wertehauses gut gehen.

Autor: wob