Oßwald hakt in Sachen Stegmattensee nach

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 07. Juni 2014

Lahr

Anfrage an die Verwaltung zur verspäteten Öffentlichkeit.

LAHR (BZ). Der Beschluss für die Anlage eines Stegmattensees ist bekanntlich nach kontroverser Debatte, in der es auch um die massiv gestiegenen Kosten ging, Ende März mit denkbar knapper Mehrheit gefallen. Lukas Oßwald, Gemeinderat der Linken und erklärter Gegner (nicht nur) des Sees, lässt das Thema nicht ruhen. In einer Anfrage an Oberbürgermeister Müller will er wissen, warum die Stadt die Öffentlichkeit erst im Herbst 2013 über die problematischen Bodenverhältnisse informiert hat – zwei Jahre, nachdem diese bei der Untersuchung des Untergrunds entdeckt worden waren.

Im Herbst 2013 sei es im Zuge der Planungen zur LGS in Lahr zu einer Kostenexplosion beim geplanten See gekommen. "Als Grund hierfür", so Oßwald in seinem Schreiben, "wurden die Untergrundverhältnisse angeführt, die erst jetzt bekannt geworden seien. Diese Untergrundverhältnisse sind der Stadtverwaltung jedoch schon wesentlich länger bekannt." In der Beschreibung der Wettbewerbsaufgabe zum Planungswettbewerb vom 21. Dezember 2011 seien die Bodenverhältnisse detailliert beschrieben: "Im Zuge der Grabungen im Zusammenhang mit der vorbereitenden Untersuchung zu einem Grundwassersee im Bereich Stegmatten wurde im Bereich eines landwirtschaftlichen Wegs folgendes Bodenprofil festgestellt: Teerdecke 0,10 Meter; Auffüllung aus kiesigem Sand 0,35 Meter; Ton, stark schluffig, organisch 0,40 Meter; Schluff, stark tonig 0,45 Meter; Sand, stark schluffig 2,50 Meter; Deckschichten gesamt 3,80 Meter. Darunter waren bis zum Ende der Bohrtiefe bei 15,30 Meter stark steinige Kiese anzutreffen."

Warum wurde die Katze so spät aus dem Sack gelassen?

Der Schluff war letztlich der Grund, warum der ursprüngliche Plan ad acta gelegt werden musste, einen Grundwassersee mit dem Erlös aus dem Kiesabbau zu finanzieren. "Weshalb wurde die Bevölkerung nicht umgehend über die Gegebenheiten und die damit verbundene Kostenexplosion bei den Seeplanungen informiert? Warum vergingen fast zwei Jahre, bis die "Katze aus dem Sack gelassen wurde?", will Oßwald wissen.