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30. November 2012

Schön schwebende Songs

Die Freiburger Band Maja & The Jacks spielte in Lahr eingängigen Pop und warmen Soul.

LAHR. Mit entspannter Musik hat die Freiburger Band Maja & The Jacks am vergangenen Freitag im Blue Notes ihr recht zahlreich angereistes Publikum ins Wochenende gleiten lassen. Stilistisch haben sich die selbstgeschriebenen Songs zwischen eingängigem Pop und warmem Soul mit jazzigem Einschlag bewegt.

Es war ein Konzert zum Wohlfühlen, das ein Stammgast so kommentiert hat: Es sei genauso gewesen, wie er es sich nach dem Lesen der Ankündigung vorgestellt hatte. Was bedeutet: Die Zuhörer bekamen einen harmonischen Mix aus sanft ins Ohr fließenden Melodien, luftig leichten Rhythmen und in Englisch gehaltenen, ansprechenden Texten zu den unterschiedlichsten Alltags-Themen. Für die wohlgefälligen Sound-Arrangements war Tastenmann Jens Fritz zuständig, der die Songs durchgängig mit einem weichen Klangteppich unterlegte. Immer präsent, technische Klasse beweisend, aber nie in den Vordergrund drängend, schöpfte er sein Instrumentarium aus Korg-Piano und Moog-Synthesizer voll aus. Zumeist sehr dezent kam auch das Gitarrenspiel von Stefan Schinow zum Einsatz. Je nach Stück wechselte er zwischen einfacher Akkord-Begleitung und sauberem Picking in Solo-Parts, lieferte auch im einen oder anderen Song einwandfreie Backing-Vocals. Für die passenden Rhythmen sorgte Philipp Kurzke, der dritte der von Bandleaderin Maja Marchesiello liebevoll "meine drei Buben" genannten "Jacks".

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Den Beweis, dass er (laut Porträt auf der Homepage der Band) gleichzeitig freihändig Rad fahren und Cajon spielen kann, blieb der junge Mann an diesem Abend auf der Bühne des Blue Notes zwar schuldig, trommelte aber ansonsten locker vom Hocker herunter und gab dem Konzert eine betont lässige Note. Die alle miteinander vereinende Seele des Quartetts ist jedoch Sängerin Maja, die auch alle Stücke selbst geschrieben hat. "Glücklich in sich ruhend, eins mit dem, was sie tut" – das könnten Beschreibungen sein, die am besten dem entsprechen, was diese sympathische junge Frau am Mikrofon ausstrahlt. Frei und ungezwungen erzählt sie die Entstehungsgeschichten ihrer Songs, singt herrlich unangestrengt, bringt ihre Stimme zur Geltung, die warm und tief sein kann, aber auch Schlenker in höhere Lagen mit Leichtigkeit nimmt, die trotzdem bisweilen kraftvoll anschwillt, ohne jedoch dabei trotzig, frech oder ungestüm zu werden.

Charakteristisch für ihren Gesang sind leichte Verzerrungen, die den Ton erst ganz bewusst etwas tiefer oder höher ansetzen, um ihn dann in die richtige Lage zu ziehen – eine Technik, die jener der US-amerikanischen Jazz-Sängerin Jessica Lurie sehr nahe kommt. Verabschiedet hat sich die Band schließlich mit dem traumhaft schön schwebenden Song "Please don’t think you know the way".

Autor: Ulrike Le Bras