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12. August 2011

Leere Bäder, angezogene Kinder

URTEILSPLATZ: Nieder mit dem Klimaschutz!

Wo ist die Klimaerwärmung, wenn man sie braucht? Die Besucherzahlen der Bäder belegen, ein Sommer wird schlechter als der andere. Ich erinnere mich, als Kind im Sommer viele viele Tage nackt herumgelaufen zu sein. Wäre jetzt undenkbar. Ganz abgesehen davon, dass sich das für eine 26-Jährige kaum mehr ziemen würde. Kann es sein, dass jahrelange Mülltrennung, Fahrrad- statt Autofahren und der Verzehr von regionalem und saisonalem Obst angeschlagen haben? Habe ich den Klimawandel mitgestoppt? Gar rückgängig gemacht? Wenn dem so ist, tut es mir sehr Leid. Fortan werde ich Plastik, Bioreste und – warum nicht? – Batterien in einer Tonne entsorgen. Ich werde jeden noch so kurzen Weg mit meinem Diesel-schluckenden Dreck-spuckenden alten Volvo zurücklegen. Und die Äpfel aus Neuseeland den heimischen Sorten vorziehen. An Weihnachten kaufe ich Erdbeeren aus Chile, Spargel gibt’s bei mir das ganze Jahr. Ich tue alles, damit es wieder einen Sommer gibt, Kinder nackig durch die Gegend rennen können und Freibäder, wie sich das gehört, aus allen Nähten platzen. Bis ich die Klimaerwärmung wieder angekurbelt habe, kann es ein bisschen dauern. Als Sofortmaßnahme schlage ich vor: Alle ab ins kalte Wasser, auch bei Mistwetter. Damit die Bäder noch da sind, wenn wir sie wieder brauchen.

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Autor: Charlotte Janz