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01. Juli 2014

Weine mit Potenzial und Trinkspaß

Dreitägiges Weinfest auf dem Weingut Wöhrle mit gutem Essen, den aktuellen Weinen, viel Musik und Informationen.

  1. Die Gäste beim Weinfest auf dem Weingut Wöhrle in Lahr lassen sich den neuen Jahrgang schmecken. Foto: Heidi Fössel

  2. Es wird angerichtet! Am Freitag hatten vier Köche ein mehrgängiges Menü mit der passenden Weinbegleitung zubereitet. Foto: Christian Kramberg

LAHR. Im Grunde genommen verlief das vergangene Wochenende für das Weingut Wöhrle wie das vergangene Winzerjahr: am Anfang trocken, dann regnete es, am Ende waren aber trotzdem alle zufrieden.

"Wir hatten mit Schlimmerem gerechnet", sagte Tanja Wöhrle angesichts der Wetterprognosen am Ende der dreitägigen Veranstaltung auf dem Weingut in der Nachbarschaft zum Terrassenbad. Für sie und ihren Mann Markus war es das erste Weinfest in alleiniger Verantwortung, seit Hans und Monika Wöhrle zum 1. Juli 2013 das Weingut offiziell an Sohn und Schwiegertochter übergeben hatten. Einher damit geht ein neues Erscheinungsbild, das sich nicht nur im neuen Namen manifestiert – das frühere "Weingut Stadt Lahr, Inhaber Fam. Wöhrle" firmiert nun als "Weingut Wöhrle" –, sondern auch in den Etiketten und der neu gestalteten Homepage (die BZ hat ausführlich berichtet). Geblieben ist trotz aller Veränderungen die hohe Qualität der Wöhrle-Weine.

Das Weinfest ist für die Wöhrles eine Gelegenheit ihre Weine vorzustellen, aber auch mit Stamm- und Neukunden in Kontakt zu treten. Essen, Wein und Musik bestimmen das Programm am Samstag und Sonntag, für Erstes sorgten Martin Feger und sein Team vom Grünen Baum in Burgheim, für Zweites die Gastgeber selbst und für Drittes die Band The Moods, die Harmonie Dinglingen und Hennig Lehmann im Duett mit seinem Sohn Luca. Dazu gab’s eine Vernissage mit Bille und Ulli Dibbern sowie Führungen durch das Weingut und die Weinberge.

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Der Auftakt war am Freitagabend die mittlerweile siebte Veranstaltung "Lahrer Köche kochen zu Lahrer Wein" – und sie war wie jedes Jahr schon früh ausverkauft. "Es ist immer schön zu sehen, wie sich die Anmeldelisten füllen", sagte Markus Wöhrle zur Begrüßung. Die große Resonanz über Jahre hinweg hat seinen Grund: mit die besten Köche aus der Region, gepaart mit den neuen Weinen der Wöhrles und das alles in einem stimmungsvollen Ambiente – ein perfekter Abend, wenn auch noch das Wetter stimmt. Da war im vergangenen Jahr nicht der Fall, die Veranstaltung musste kurzfristig abgesagt werden, am Freitag gab es aber in dieser Hinsicht ideale Bedingungen.

Es war ein Abend voller Genüsse. Dafür sorgten in erster Linie die drei Köche Martin Feger (Grüner Baum Burgheim), Daniel Fehrenbacher (Adler Reichenbach) und Stefan Rottler (Mühlenhof Friesenheim), die seit Anbeginn bei der Veranstaltung dabei sind. Als Verstärkung hatten sich die "drei Musketiere", wie Markus Wöhrle sie nannte, Mike Germershausen von der Heckenrose in Ringsheim eingeladen. Im Team bereitete das Quartett in der provisorischen Küche ein fünfgängiges Menü zu: Nach Amuse Bouche eine Bibeliskäs-Terrine, Blackbean-Lachstatar mit knusprigem Wachsei, einen lauwarmen Saibling, Hüftle und Kotelett vom und zum Abschluss ein sommerliches Dessert.

Zu jedem Gang gab es abgestimmt Weine aus dem aktuellen 2013er-Jahrgang der Wöhrles. "Es ist kein Jahrhundertjahrgang oder ein ganz großer Jahrgang", sagte Markus Wöhrle angesichts der Witterung im vergangenen Jahr, die es den Winzern schwer machte. Bis Ende August waren die Voraussetzungen hervorragend, dann setzte eine lange Regenperiode ein: "Wir haben versucht, in den trockenen Phasen die Trauben zu lesen", erzählte Markus Wöhrle, "das hat ganz gut geklappt." Das Ergebnis seien Weine mit "viel Potenzial und Trinkspaß".

Dazu zählen zum Beispiel der Auxerrois – "unser Bestseller" –, daneben der Riesling, den Wöhrle in seiner Zeit in der Pfalz "lieben gelernt hat", die verschiedenen Grau- und Weißburgunder, ein Spätburgunder Rosé, der in Essen und Trinken gelobt wurde mit dem Satz "Der passt immer", ein Spätburgunder Große Lage aus sehr alten Reben und mit geringem Ertrag ("Ein Spätburgunder, wie ich ihn mir vorstelle") und eine Besonderheit im Angebot: ein Rieslaner, eine Kreuzung aus Riesling und Silvaner, die das Weingut mit einer Ausnahmegenehmigung anbauen darf: "Das ist pure Frucht", so Wöhrle.

Weitere Infos gibt es unter http://www.weingut-stadt-lahr.de, weitere Fotos von "Lahrer Köche kochen zu Lahrer Wein" unter http://mehr.bz/weinfest

Autor: Christian Kramberg